Hallo zusammen,
ich bin seit mehreren Jahren als Ingenieur angestellt und überlege schon länger, ob ich nebenher einzelne Projekte als Freelancer übernehmen könnte. Nicht um sofort den Job zu kündigen, sondern um ein zweites Standbein aufzubauen und steuerlich etwas mehr herauszuholen.
Konkret geht es mir um technische Beratungsleistungen, Gutachten oder Konstruktionsaufgaben – also genau das, was ich auch im Hauptjob mache. Bisher habe ich das immer nur für Bekannte gemacht, ohne es offiziell zu melden. Das möchte ich jetzt ordentlich aufstellen.
Meine Fragen:
– Wie fange ich strukturiert an, ohne gleich zu viel bürokratischen Aufwand zu haben?
– Was muss ich beim Finanzamt klären, bevor ich die erste Rechnung schreibe?
– Gibt es sinnvolle Abzüge, die ich als Freelancer-Ingenieur von Anfang an im Blick haben sollte (Arbeitsmittel, Fachliteratur, Software)?
– Wie läuft das mit der Kleinunternehmerregelung, wenn ich nur ein paar Projekte im Jahr mache?
Ich frage auch deshalb gerade, weil ich im Sommer etwas mehr Luft habe – die Urlaubsplanung ist durch, und ich hätte die ruhigere Phase im Juni gerne genutzt, um das Fundament zu legen. Hat jemand ähnlich angefangen?
Viele Grüße
Tobias
Tobias, das klingt nach einem soliden Plan. Aus meiner Erfahrung im Finanzbereich kann ich vor allem zum steuerlichen Einstieg etwas sagen.
Beim Finanzamt brauchst du erstmal den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – das geht heute online über ELSTER. Die Kleinunternehmerregelung macht bei wenigen Projekten im Jahr oft Sinn, weil du dann keine Umsatzsteuer ausweisen musst. Grenze liegt aktuell bei 22.000 Euro Jahresumsatz. Aber Achtung: Wenn deine Kunden vorwiegend Unternehmen sind, die Vorsteuer ziehen können, kann Regelbesteuerung für dich sogar attraktiver sein – das lohnt sich wirklich mal mit einem Steuerberater durchzurechnen.
Was Abzüge angeht: Arbeitsmittel, Software, Fachliteratur, anteilige Bürkosten – alles sammeln und belegen von Anfang an. Konsequente Buchführung zahlt sich aus, ich hab das bei Mandanten immer wieder gesehen.
Den Juni zum Strukturieren zu nutzen ist clever. Steuerberater für ein einmaliges Erstgespräch buchen würde ich als erstes angehen.