Bei der Due Diligence wird wirklich alles unter die Lupe genommen. Hatte das vor zwei Jahren durch und die wollten sogar wissen, warum ich im März dreimal beim gleichen Büroausstatter war.
Aber keine Panik - solange die Story stimmt und du nichts zu verbergen hast, ist das nur zeitaufwändig, nicht problematisch. Die 8 Monate saubere Führung sind gold wert.
Bezüglich Konto würde ich bei deinem aktuellen bleiben, es sei denn du planst sowieso einen Wechsel. Die Zeit investierst du besser in die Datenaufbereitung.
Aus meiner Sicht überdenkst du das. Wenn deine Buchhaltung stimmt und die Ausgaben nachvollziehbar sind, reicht das völlig.
Wichtig ist vor allem: keine Überraschungen während der Due Diligence. Lieber von Anfang an transparent kommunizieren, wenn mal was ungewöhnlich war, als später erklären zu müssen.
Die meisten erfahrenen Investoren kennen typische Startup-Ausgabenmuster und sind da nicht so kleinlich, wie man manchmal denkt.
Als alter Hase kann ich nur warnen: Die jungen Investoren heute sind teilweise sehr pingelig geworden. Zu meiner Zeit hat man sich die Zahlen angeschaut und gut war's.
Aber wenn du schon 8 Monate sauber führst, bist du gut vorbereitet. Wichtiger als fancy Reporting-Tools ist eine plausible Story. Können die nachvollziehen, wofür das Geld ausgegeben wurde? Passt es zur Unternehmensentwicklung?
Ein Tipp aus der Praxis: Leg dir für jeden größeren Ausgabenposten eine kleine Begründung zurecht. 'Equipment für Sommertests' klingt besser als einfach nur 'Hardware 3.500€'.
Als jemand, der schon mehrere Finanzierungsrunden durchlaufen hat, kann ich dir sagen: Investoren schauen SEHR genau hin, aber sie wollen vor allem Konsistenz und Plausibilität sehen.
Eine monatliche Zusammenfassung reicht in der Regel für die ersten Gespräche. Aber spätestens in der Due Diligence wollen sie granulare Daten - und zwar wirklich alles. Die schauen sich jeden größeren Buchungsvorgang an und hinterfragen ungewöhnliche Ausgaben.
Mein Tipp: Bereite eine saubere Excel-Aufstellung vor, kategorisiert nach Ausgabentypen (Personal, Marketing, Entwicklung, Admin etc.). Dann können sie bohren, wo sie wollen, aber du behältst die Kontrolle über die Darstellung.
Ein "professionelleres" Konto würde ich nur nehmen, wenn du damit Zeit sparst. Die meisten VCs arbeiten eh mit ihren eigenen Analystools und wollen die Rohdaten.