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Geschäftskonto-Struktur für Seed-Runde: Was erwarten VCs wirklich?

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Markus H.
Beiträge: 17
Themenstarter
(@immosparer34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#111]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einer Situation, die ich so nicht erwartet hatte. Wir sind zu zweit ein kleines Software-Startup und haben seit ein paar Monaten erste Gespräche mit einem Business Angel und einem kleineren VC-Fonds. Die haben jetzt konkret nachgefragt, wie unsere Finanzstruktur aussieht – und damit meine ich nicht nur den Businessplan, sondern wirklich die operative Seite: Konto, Buchführung, Liquiditätsübersicht.

Bisher haben wir ehrlich gesagt alles über ein normales Geschäftskonto bei einer Onlinebank laufen. Das reichte für den Anfang. Aber jetzt frag ich mich: Reicht das für eine Seed-Runde aus, oder erwarten professionelle Investoren da mehr? Konkret:

– Brauchen wir ein separates Konto für Investitionsgelder, oder reicht ein Konto mit klarer Buchführung?
– Welche Kontofunktionen sind für Due Diligence relevant (API-Export, Subkonten, Monatsberichte)?
– Haben VCs oder Angels bestimmte Erwartungen an die Bank selbst (z.B. lieber Commerzbank statt Neobank)?

Wir sind gerade mitten in der Sommerplanung und würden die ruhigeren Wochen nutzen, um die Struktur ordentlich aufzusetzen, bevor es im Herbst ernst wird. Wäre super wenn jemand der das schon durchgemacht hat ein paar Tipps teilen kann – auch Erfahrungen aus dem Bereich GmbH-Gründungsphase willkommen.

Danke schonmal!
ImmoSparer34


4 Antworten
Wolfgang Bauer
Beiträge: 12
(@wolfgang-bauer)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Da muss ich StefanK47 oben ein bisschen widersprechen – oder zumindest ergänzen. In meiner Erfahrung mit Geschäftskonten (ich hab selbst mehrere Konten parallel für verschiedene Unternehmensbereiche, hab das hier schon mal ausgeführt) spielt die Bankmarke bei institutionellen Investoren durchaus eine Rolle – nicht die entscheidende, aber sie ist kein völlig irrelevanter Faktor.

Gerade bei größeren Seed-Runden ab 500k aufwärts hab ich beobachtet, dass manche VC-Fonds intern Richtlinien haben, die bestimmte Neobanken als alleinige Hauptbankverbindung ausschließen – nicht aus Misstrauen, sondern weil die Haftungsstruktur bei manchen Lizenzkonstruktionen (Stichwort E-Geld-Institut vs. Vollbanklizenz) für sie rechtlich relevant ist.

Mein pragmatischer Rat: Führt ruhig euer operatives Konto bei einer Neobank weiter, aber richtet parallel ein Konto bei einer Bank mit Vollbanklizenz ein – das kann eine Direktbank sein, muss keine Filiale haben. Das gibt euch Flexibilität und nimmt potenziellen Einwänden den Wind aus den Segeln, bevor sie entstehen.

Die saubere Trennung von Investitionsgeldern ist sowieso Pflicht, da stimme ich den anderen zu.


Antwort
Sandra Hoffmann
Beiträge: 16
(@s-hoffmann26)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurze Ergänzung noch: Schaut unbedingt drauf ob euer Konto Benutzerrollen mit Leserechten unterstützt. VCs wollen manchmal temporären Lesezugang für die Due Diligence – das ist deutlich professioneller als jedes mal PDF-Exporte rumzuschicken.


Antwort
Markus T.
Beiträge: 5
(@markus8990)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich kenn das Thema ein bisschen von der anderen Seite – ich hab mich viel mit Fintech-Produkten beschäftigt und da wird oft überschätzt wie wichtig die Bankmarke wirklich ist.

Ehrlich gesagt: Ein VC der euch ablehnt weil ihr Qonto statt Deutsche Bank nutzt, ist wahrscheinlich keiner mit dem ihr langfristig glücklich werdet. Was wirklich zählt ist ob ihr auf Knopfdruck saubere Kontoauszüge, kategorisierte Buchungen und Belege vorweisen könnt. Das ist die eigentliche Due-Diligence-Basis.

Was ich aber unbedingt empfehlen würde: Sobald Investitionsgelder fließen, unbedingt ein eigenes Unterkonto oder tatsächlich ein zweites Konto nur dafür. Nicht wegen der Bank, sondern weil euer Steuerberater euch dafür lieben wird und weil es bei Streitigkeiten später (die man hofft nie zu haben) absolut klar dokumentiert ist, woher welches Geld kam.

API-Anbindung an eine Buchhaltungssoftware ist kein Nice-to-have mehr, das ist Standard. Wenn ihr das noch nicht habt, würde ich die Sommerpause genau dafür nutzen.


Antwort
Stefan K.
Beiträge: 16
(@stefank47)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Interessante Frage, die mich an meine eigene Erfahrung mit strukturierten Finanzentscheidungen erinnert – ich hab mich zwar eher mit langfristigen Anlagestrategien beschäftigt (ETFs, Einzelaktien usw.), aber das Grundprinzip ist ähnlich: Professionalität signalisieren, bevor jemand tiefer schaut.

Zur Kernfrage: Die meisten VCs und Angels, mit denen ich beruflich zu tun hatte, interessiert weniger die Marke der Bank als die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kontostruktur. Ein ordentlicher DATEV-Export oder zumindest CSV-Export nach Kategorie ist oft wichtiger als ob da 'Commerzbank' oder 'Qonto' draufsteht.

Was ich konkret empfehlen würde: Schaut euch Konten an, die Subkonten oder virtuelle Kontonummern erlauben. Das macht es einfacher, Investitionsgelder sauber vom operativen Cash zu trennen – ohne gleich zwei komplett separate Bankverbindungen aufmachen zu müssen. Für die Due Diligence ist eine saubere Trennung Gold wert, weil der Investor sehen will: 'Die wissen was sie tun.'

Ob ihr eine klassische Filialbank braucht? Meiner Einschätzung nach nicht zwingend – aber wenn ihr ernsthaft Fremdkapital plant, schadet ein persönlicher Ansprechpartner bei der Bank nie. Das gibt auch bei Verhandlungen mehr Spielraum, wie ich im Thread zu Kreditrahmen-Verhandlungen schon mal geschrieben hab.


Antwort
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