Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor der Entscheidung, ein Geschäftskonto für meine Kleinunternehmertätigkeit zu eröffnen. Bin seit ca. zwei Jahren als Einzelunternehmer tätig, Dienstleistungsbereich, überschaubarer Umsatz – also klassischer Kleinunternehmer nach §19 UStG. Bisher habe ich alles über ein separates Privatkonto laufen lassen, aber mein Steuerberater hat jetzt nachdrücklich empfohlen, das sauber zu trennen.
Mein Anspruchsprofil ist eigentlich recht klar: möglichst geringe monatliche Grundgebühr, vernünftiges Online-Banking, SEPA-Überweisungen ohne Extrakosten pro Buchung (ich habe vielleicht 20-30 Transaktionen im Monat), und idealerweise ein DATEV-Export oder zumindest CSV-Export für den Steuerberater. Eine Kreditkarte wäre nett, ist aber kein Muss.
Was ich nicht brauche: Filialbetreuung, Kreditrahmen, komplizierte Business-Pakete mit Features, die ich nie nutze.
Ich habe mir bisher Kontist, PENTA (gibt's das noch?), Holvi und die Deutsche Bank Business angeschaut – bin aber ehrlich gesagt verwirrt, was wirklich empfehlenswert ist und was nur auf dem Papier gut klingt. Gerade jetzt im Sommer läuft bei mir einiges an – mehrere Projekte gleichzeitig, entsprechend mehr Buchungen als üblich – da wäre ein reibungsloser Start ins neue Konto natürlich ideal.
Wer hat konkrete Erfahrungen mit einem dieser Anbieter oder kann etwas anderes empfehlen? Danke schon mal!
also ich hab letztes Jahr für ne Nebentätigkeit auch ein Geschäftskonto gesucht und bin bei Qonto gelandet. Kostet zwar ein bisschen mehr als die günstigsten Alternativen, aber der CSV-Export läuft sauber und die App ist wirklich gut. Buchungen kommen quasi in Echtzeit an.
PENTA gibt's übrigens noch, die sind jetzt unter dem Namen Qonto aufgegangen – die haben sich 2022/23 zusammengeschlossen, falls du das nicht wusstest. Lohnt sich also, die direkt anzuschauen statt PENTA separat zu suchen.
Für deine Transaktionsanzahl wäre wahrscheinlich auch das Einstiegspaket ausreichend. Ich hab damals auch kurz mit anderen Finanzthemen gleichzeitig jongliert, aber das Konto läuft seither problemlos im Hintergrund – genau das, was man will.
Ich würde hier deutlich widersprechen, dass Neobanken automatisch die bessere Wahl sind. Ich hab selbst eine Zeit lang auf Smartphone-Banken gesetzt und das bereut – mein Erlebnis mit solchen Anbietern war alles andere als erfreulich, wie ich ja auch schon in einem anderen Thread beschrieben hab: N26 Konto gesperrt ohne Vorwarnung - sind Smartphone-Banken unsicher?
Wenn du als Kleinunternehmer wirklich auf Sicherheit und Erreichbarkeit Wert legst, würde ich zumindest eine Bank wählen, die eine telefonisch erreichbare Geschäftskundenbetreuung hat. Nicht unbedingt Filiale, aber wenigstens ein Telefon das abgenommen wird, wenn irgendwas schiefläuft. Gerade wenn im Sommer viel los ist und du viele Projekte gleichzeitig abwickelst, willst du keinen Konto-Freeze ohne Erklärung riskieren.
Sparkasse oder Volksbank sind vielleicht old school, aber für einen Kleinunternehmer mit überschaubarem Transaktionsvolumen kann das je nach Region auch finanziell vertretbar sein – einfach mal anfragen, die Konditionen variieren stark.
Ich kenn das Thema aus einer etwas anderen Richtung – hab mich zuletzt mehr mit dem Vergleich zwischen Online-Features und klassischer Filialbetreuung befasst, siehe auch meine Beiträge in der Comdirect Business vs. PSD Bank Diskussion.
Für einen Kleinunternehmer mit deinem Profil wäre Comdirect Business eigentlich keine schlechte Option, wenn man keine reinen Neobank-Features braucht. Die App ist solide, der Kundenservice ist telefonisch erreichbar, und die Buchungsgebühren sind bei niedrigem Volumen vertretbar. Kein DATEV-Direktexport out-of-the-box, aber CSV geht und viele Steuerberater kommen damit klar.
Alternativ: Manche Volksbanken bieten regional sehr günstige Einstiegspakete für Kleinunternehmer an – lohnt sich ein direktes Gespräch, ohne gleich alles online vorauszuentscheiden. Gerade wenn du eh vorhast, längerfristig auch Investitionen über das Unternehmen zu laufen, ist der persönliche Kontakt zu einer Hausbank manchmal mehr wert als die günstigste monatliche Grundgebühr.
Ich hab mich mit dem Thema Geschäftskonto ehrlich gesagt noch nicht so intensiv beschäftigt, aber ich kann zumindest sagen: Holvi hat einen guten Ruf für Freelancer und Kleinunternehmer. Der DATEV-Export soll funktionieren, und die Gebührenstruktur ist transparent. Für 20-30 Transaktionen im Monat dürfte das reichen.
Was ich aus anderen Diskussionen mitgenommen habe: Finger weg von Lösungen, die nach dem Baukastenprinzip jede einzelne Buchung extra berechnen. Das summiert sich schneller als man denkt. Lieber ein Flatrate-Modell nehmen, auch wenn die Grundgebühr erstmal höher wirkt.
Ansonsten würde ich dir empfehlen, wirklich die aktuellen Preislisten direkt auf den Webseiten zu prüfen – die ändern sich teils halbjährlich, und Vergleichsportale hinken da oft hinterher.