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Notgroschen oder Schulden tilgen – was hat bei euch Priorität?

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Stefan Kramer
Beiträge: 14
Themenstarter
(@stefan8962)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#48]

Hallo zusammen,

ich stecke gerade in einer klassischen Zwickmühle und würde gerne eure Meinungen hören. Ich bin Projektmanager, Vollzeit, also kein schlechtes Gehalt – aber ich schleppe noch Konsumkredite mit mir rum (zusammen ca. 8.500€, zwei verschiedene Raten), und die fressen jeden Monat ordentlich Budget weg.

Jetzt stellt sich mir die Frage: Bevor ich wirklich Gas beim Schuldenabbau gebe, sollte ich erstmal einen Notgroschen aufbauen? Oder ist das eine Ausrede, die mich davon abhält, die Kredite endlich loszuwerden?

Ich habe aktuell knapp 600€ auf dem Tagesgeldkonto. Manchen Leuten reicht das, anderen ist das viel zu wenig. Ich hab gelesen, dass 3 Monatsausgaben das Minimum sein sollen – bei meinen Fixkosten wären das so 3.600–4.000€. Das fühlt sich gerade unerreichbar an, wenn ich gleichzeitig die Kreditzinsen abdrücken will.

Mein Gedanke war: Kleinen Puffer auf z.B. 1.500€ aufstocken, dann ALLES Verfügbare in die Schulden, bis die weg sind. Macht das Sinn oder ist das zu riskant? Im Sommer kommen ja manchmal auch unerwartete Ausgaben (Auto-TÜV, Urlaub etc.) dazu, was das Ganze noch komplizierter macht.

Freue mich über praktische Einschätzungen – keine Theorie bitte, ich brauch echte Erfahrungen!

Stefan


5 Antworten
Werner Kleinmann
Beiträge: 16
(@sparfuchs68)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hallo Stefan,

das kenne ich noch aus meiner Zeit im Berufsleben – diese Frage stellen sich viele, und die Antwort ist gar nicht so kompliziert wie sie klingt.

Aus meiner Erfahrung würde ich sagen: Dein Ansatz mit 1.500€ Puffer ist für jemanden in fester Anstellung ein guter Einstieg. Als Angestellter hast du ein stabiles Einkommen, das ist schon mal ein großer Unterschied zu Selbstständigen.

Ich hatte früher ebenfalls immer einen kleinen Puffer beiseite, bevor ich größere finanzielle Schritte gemacht habe – das gibt einem einfach die nötige Ruhe, um nicht bei der erstbesten Reparaturrechnung ins Schleudern zu geraten. Übrigens habe ich im Thread zu Zero-Based-Budgeting für Normalverdiener schon mal beschrieben, wie ich damals meine Ausgaben kategorisiert habe – das könnte für dich auch interessant sein, speziell um zu sehen, wo du noch Luft hast.

Konkret: Erst auf 1.500€ auffüllen, dann mit voller Kraft tilgen. Die Kreditzinsen kosten dich jeden Monat bares Geld. Das ist keine Theorie, das ist simple Mathematik.


Antwort
Markus Brandt
Beiträge: 3
(@markus82)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Stefan, dein Ansatz klingt vernünftig auf den ersten Blick – aber ich würd trotzdem nochmal genauer hinschauen. Die Faustregel '3 Monatsausgaben Notgroschen' ist weit verbreitet, aber kaum jemand hinterfragt, woher die eigentlich kommt. Die ist nicht empirisch belegt, die wurde irgendwann von Finanzratgebern übernommen und seitdem wiederholt wie ein Mantra.

Was wirklich zählt: Wie stabil ist dein Einkommen als Angestellter? Wie hoch sind die Zinsen auf deinen Krediten? Wenn du da 8–12% p.a. zahlst, ist jeder Monat, in dem du das Geld auf einem Tagesgeldkonto parkst statt Schulden zu tilgen, schlicht teurer als du denkst.

Dein Kompromiss – kleiner Puffer von 1.500€, Rest aggressiv tilgen – ist in meinen Augen pragmatisch und nicht unvernünftig. Solange du keinen Kredit hast, der dir sofort kündigt wenn du mal knapp wirst, spricht viel dafür. Aber mach dir vorher klar: was ist dein worst-case-Szenario im nächsten halben Jahr? TÜV, Zahnarzt, kaputte Waschmaschine – das sind keine Überraschungen, das ist Lebensrealität. Kalkulier das ruhig grob ein, bevor du dich festlegst.


Antwort
Helmut Krause
Beiträge: 12
(@helmut_1952)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Stefan, ich würde bei aller Tilgungsbegeisterung noch einen Punkt einwerfen, den manche übersehen: Schau dir die genauen Kreditkonditionen an, bevor du anfängst Sondertilgungen zu leisten. Bei manchen Verbraucherkrediten gibt es Vorfälligkeitsentschädigungen oder zumindest Regelungen, wie und ob Sondertilgungen möglich sind.

Nach meiner langen Erfahrung mit Kreditverträgen – auch wenn das bei Immobilien naturgemäß komplexer ist – lohnt es sich immer, erstmal die Vertragsunterlagen zu lesen bevor man einfach extra überweist. Manche Konsumkredite lassen das problemlos zu, andere haben Einschränkungen.

Wenn das geklärt ist und du ungehindert tilgen kannst: Dein 1.500€-Puffer-Ansatz ist konservativ genug und gleichzeitig nicht zu übervorsichtig. Als Beamter oder Festangestellter mit stabilem Einkommen braucht man keinen monatelangen Superreservepuffer – das ist Kapital, das bei Kreditschulden buchstäblich Geld kostet. Den Rest würd ich dann nach Zinshöhe priorisieren: der teuerste Kredit zuerst.


Antwort
Werner Hofmann
Beiträge: 2
(@werner6868)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich sehe das einfach: Kreditziinsen laufen jeden Tag, der Notgroschen bringt kaum was. 1.500€ Puffer und dann alles in die Tilgung – das würd ich genauso machen.


Antwort
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