Hallo zusammen,
ich berate ja seit vielen Jahren Familien zu Finanzierungen und habe dabei immer wieder mit Klienten zu tun, die sich ein Nebeneinkommen aufbauen möchten. Jetzt im Sommer habe ich selbst überlegt, meine Beratungskapazitäten durch spezialisierte Workshops zu erweitern – würde also selbst zusätzliche Einnahmen generieren.
Meine Frage: Was genau muss ich als zusätzliche Einkommensquelle dem Finanzamt melden? Ich habe gehört, es gibt da verschiedene Kategorien – Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, Arbeitslohn, eventuell Honorare als Dozent. Gibt es noch andere Spielarten, die ich übersehen könnte?
Und noch wichtiger: Welche Ausgaben kann ich dagegen aufrechnen? Wenn ich Materialien kaufe oder einen Seminarraum miete – zählt das alles? Wo fängt die Grauzone an?
Bin für konkrete Beispiele aus eurer Erfahrung dankbar, besonders wenn ihr selbst nebenberuflich tätig seid.
Das ist tatsächlich wichtig, weil man da schnell in Fallen tappt. Ich bin ja beruflich viel mit Verträgen und Regularien beschäftigt – meine Erfahrung: Das Finanzamt interessiert sich vor allem dafür, ob deine Nebentätigkeit "gewerbliche Absicht" hat oder nicht. Bei dir als Berater mit Workshops würde ich sagen, ja, das hat sie.
Ausgaben: Ja, alles was direkt mit der Tätigkeit zusammenhängt, ist abzugsfähig. Seminarraum, Materialien, sogar einen Teil deiner Internetkosten wenn du da werben musst. Grauzone beginnt da, wo es privat wird – dein Arbeitszimmer teilweise, aber nicht dein Auto zur Privatfahrt.
Mein Tipp: Führe ab jetzt sauber Buch. Belege sammeln. Das spart dir und dem Berater später viel Zeit und Diskussionen mit dem FA.
Hm, das ist ja eher was für deine Steuererklärung als für Investmentstrategie, aber kurz: Melde es einfach an, dann läufst du nicht in ein Risiko rein.
Gute Frage, Andreas. Das ist tatsächlich ein Punkt, wo viele unsicher sind. Die Kategorisierung hängt stark vom Umfang und der Art deiner Tätigkeit ab.
Bei Workshops könntest du unter "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" fallen – das ist dann regelmäßig, planmäßig, eigenverantwortlich. Alternativ können es auch Einkünfte aus "sonstigen Tätigkeiten" sein, je nach wie du es strukturierst. Honorare als Dozent sind meist Arbeitslohn (mit Lohnsteuer) oder eben Honorareinkünfte.
Regel der Daumenregel: Bis etwa 520 Euro im Jahr ist oft eine Bagatellgrenze relevant. Darüber wird es komplexer. Meine Empfehlung: Sprich mit einem Steuerberater, gerade weil du bereits selbstständig bist. Die kosten für eine Initialberatung sind minimal gegen die Optimierungsmöglichkeiten, die dir ein Profi aufzeigt. Bei meinen Klienten spart sich das schnell selbst ein.