Hallo zusammen,
ich bin gerade in eine neue Position aufgestiegen und soll ab September offiziell die Leitung eines kleineren Teams übernehmen. Eigentlich eine gute Nachricht, aber jetzt sitze ich vor einem praktischen Problem: Der Personalleiter hat mir gesagt, dass das neue Gehalt dann "im Zuge der nächsten Gehaltsrunde" angepasst wird. Das klingt für mich nach Verzögerungstaktik – warum sollte ich ab sofort neue Verantwortung tragen, aber erst in drei Monaten eine faire Bezahlung bekommen?
Ich möchte das Gespräch proaktiv führen, bevor ich die Verantwortung vollständig übernehme. Allerdings bin ich nicht naiv genug zu denken, dass ich einfach eine Zahl nennen kann. Ich recherchiere gerade selbst, was ähnliche Positionen in meiner Branche und Region aktuell zahlen – das ist wichtiger als sich auf irgendwelche Standard-Tabellen zu verlassen.
Wie würdet ihr vorgehen? Worauf muss ich achten, um nicht in eine Falle zu tappen? Habt ihr Erfahrung damit, wie Arbeitgeber in solchen Situationen tatsächlich reagieren?
Wichtig: Schreib alles auf. Was sich konkret ändert, wann du bereit bist anzufangen, welche Gehaltserwartung du hast. Nicht einfach hoffen, dass es sich regelt.
Klassisches Versprechungsspiel der HR-Abteilungen. "Nächste Gehaltsrunde" heißt oft: wir hoffen, dass du es vergisst oder dich damit abfindest. Verlang schriftlich eine Zusage – wenn die Beförderung real ist, dann ist auch die Bezahlung sofort relevant, nicht erst in Q4.
Und hol dir unbedingt externe Benchmark-Daten. Die Gehaltsstrukturen deines Arbeitgebers sagen oft weniger aus als echte Marktpreise.
Nach meiner Rückkehr ins aktive Arbeiten kann ich da aus eigener Erfahrung sagen: Die "nächste Gehaltsrunde"-Antwort ist Standard und bedeutet oft Stille Post. Drei Monate sind eine lange Zeit – in der Zwischenzeit könnten Budgets gekürzt oder andere Prioritäten gesetzt werden.
Mein Vorschlag: Setz ein konkretes Gespräch an, nicht per Mail. Sag dem Personalleiter, dass du eine verbindliche Zusage vor Übernahme brauchst – das ist völlig legitim. Nenne eine Spanne, nicht eine exakte Zahl: "Basierend auf Marktrecherche und meinen neuen Aufgaben rechne ich mit X bis Y Euro." So gibst du beiden Seiten Verhandlungsspielraum.
Klaus, das ist eine wichtige Frage und der richtige Zeitpunkt ist jetzt. Mein Tipp: Dokumentiere deine neuen Aufgaben schriftlich – nicht für den Chef, sondern für dich selbst. Listen auf, welche neuen Verantwortungen, wie viele Mitarbeiter, welche zusätzlichen Budget-Kontrollen hinzukommen. Das gibt dir eine solide Grundlage für das Gespräch.
Bei der Recherche: Schau nicht nur auf Stellenangebote (die sind oft übertrieben), sondern auf echte Gehaltsberichte. Kununu, Glassdoor und dein Branchenverband geben dir ein realistisches Bild. Rechne konservativ, nicht optimistisch.
Und wichtig: Verhandle jetzt SCHRIFTLICH mit dem Personalleiter. Email, in der du klar machst: "Ich bin bereit, ab sofort die Leitung zu übernehmen. Können wir vorab klären, wie die neue Bezahlung aussieht?" Das schafft Verbindlichkeit.