Hallo zusammen,
bin etwas frustriert und brauche mal euren Rat. Arbeite seit 4 Jahren in derselben Firma als Projektmanager, hab mich echt reingehängt und auch gute Erfolge vorzuweisen. Trotzdem hat mein Chef jetzt zum dritten Mal meine Bitte um eine Gehaltserhöhung abgelehnt. Jedes Mal kommen andere Ausreden - mal ist das Budget knapp, mal "schauen wir nächstes Jahr", diesmal war es "die wirtschaftliche Lage".
Verdiene aktuell 52k brutto, in vergleichbaren Positionen bei anderen Firmen werden wohl 58-62k gezahlt laut Gehaltsvergleichen. Das sind immerhin 6-10k mehr im Jahr! Gleichzeitig hab ich aber auch Angst vor nem Wechsel - neue Probezeit, unbekannte Kollegen, vielleicht ist das Arbeitsklima schlechter.
Wie habt ihr das gemacht? Ab wann habt ihr den Sprung gewagt? Und wie kalkuliert man sowas? Soll ich erstmal heimlich bewerben und schauen was kommt, oder vorher nochmal das offene Gespräch mit meinem Chef suchen?
Danke für eure Erfahrungen!
Thomas
Herr ThomasK47,
Ihre Situation kenne ich aus meiner langjährigen Berufserfahrung nur zu gut. Nach drei Ablehnungen ist das ein klares Signal des Arbeitgebers. Mein Rat: Führen Sie zunächst ein strukturiertes Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Legen Sie konkret dar, welche Mehrwerte Sie geschaffen haben und welche Marktgehälter üblich sind. Setzen Sie eine klare Frist - beispielsweise drei Monate.
Parallel dazu sollten Sie diskret den Markt sondieren. Nutzen Sie Ihr Netzwerk und schauen Sie sich um, ohne vorschnell zu kündigen. Ein Jobwechsel bei 10k Differenz lohnt sich definitiv, zumal Sie in Ihrem Alter noch Zeit für Karrieresprünge haben. Das Risiko ist bei Ihrer Qualifikation überschaubar.
Wichtig: Niemals aus dem Affekt heraus kündigen. Erst wenn Sie ein konkretes Angebot haben, können Sie mit Ihrem jetzigen Arbeitgeber verhandeln oder den Wechsel vollziehen.
Jo bei 3x nein würde ich auch langsam aktiv werden. Das ist schon ziemlich eindeutig dass die dich nur hinhalten. 10k mehr sind echt ne Menge Kohle!
Ich würde parallel bewerben, aber heimlich. Falls was gutes dabei rumkommt kannst du immer noch entscheiden. Probezeit ist natürlich immer n bisschen Risiko, aber bei deiner Erfahrung sollte das eigentlich kein Problem sein.
Hey Thomas!
Kenne das Problem, hatte ähnliches in meinem ersten Job. Bei mir war's auch so dass immer wieder vertröstet wurde. Irgendwann hab ich dann doch gewechselt und bereue es null.
Mein Tipp: Bewirb dich erstmal und schau was der Markt hergibt. Du musst ja nicht das erste Angebot nehmen. Und das mit der Probezeit - klar ist das immer n Risiko, aber 10k mehr im Jahr? Das sind über 800 Euro netto mehr im Monat! Da lohnt sich auch ein gewisses Risiko.
Btw, falls du nebenbei noch was dazuverdienen willst während der Bewerbungsphase, hab ich mal in einem anderen Thread über Freelancing neben Vollzeit geschrieben. Könnte dir auch helfen die Übergangszeit zu überbrücken.