Hallo Helmut,
ich beschäftige mich seit meinem Renteneintritt vor gut einem Jahr mit genau dieser Frage und bin dabei zu einem ähnlichen Schluss gekommen wie du andeutest: Viele Versicherungen, die im Erwerbsleben sinnvoll waren, passen in der Rentenphase nicht mehr wirklich.
Bei mir war es so: Die Risikolebensversicherung habe ich tatsächlich auslaufen lassen, da meine Frau abgesichert ist und keine Kredite mehr offen sind. Den Beitrag spare ich jetzt schlicht.
Die Pflegezusatzversicherung hingegen behalte ich – gerade weil die Kosten für stationäre Pflege inzwischen enorm sind. Da habe ich in einem anderen Thread hier schon geschrieben, dass ich für Rentner defensive Absicherung grundsätzlich für wichtiger halte als Renditeoptimierung.
Zur Frage mit den Enkeln: Ich bin ehrlich gesagt skeptisch, ob klassische Versicherungsprodukte da der richtige Weg sind. Ein Depot auf den Namen der Enkel mit einem soliden ETF dürfte langfristig effizienter sein als irgendein Versicherungsmantel. Aber das ist natürlich meine persönliche Einschätzung.
Ich bin zwar noch in einer ganz anderen Lebensphase als du, Helmut, aber das Thema beschäftigt mich trotzdem – ich denke halt schon mal voraus.
Was mich an deinem Beitrag interessiert: Du fragst nach dem Wert von Versicherungen für die nächste Generation. Ich habe mich das bei nachhaltigen ETFs auch gefragt, also ob man Vorsorge und Nachhaltigkeit kombinieren kann. Dazu habe ich hier schon diskutiert.
Meine Einschätzung aus dem, was ich bisher gelernt habe: Ein transparentes ETF-Depot ist für die Weitergabe an Enkel vermutlich sinnvoller als ein Versicherungsprodukt – weniger Kosten, mehr Flexibilität, bessere Kontrolle. Gerade wenn Nachhaltigkeit eine Rolle spielt, gibt es im ETF-Bereich inzwischen wirklich gute Optionen.
Bei bestehenden Versicherungen würde ich auf jeden Fall prüfen, wie hoch der Rückkaufswert noch ist und ob eine Kündigung oder beitragsfreie Stellung wirtschaftlich günstiger ist. Manchmal lohnt es sich einfach nicht mehr, weiter einzuzahlen.
Hallo Helmut,
als frischgebackene Rentnerin frage ich mich das auch gerade sehr aktiv. Ich habe beim Rebalancing-Thread hier schon geschrieben, dass ich versuche, mein Kapital verantwortungsvoll einzusetzen – das gilt für mich auch bei Versicherungen.
Ich habe meine alte Risikolebensversicherung letztes Jahr auslaufen lassen und ehrlich gesagt keinen Moment bereut. Die Prämie war in den letzten Jahren nur noch eine Belastung ohne echten Gegenwert für meine Situation.
Die Pflegezusatzversicherung behalte ich aber. Gerade als Frau – und Frauen leben statistisch länger – ist das Pflegerisiko real. Mir ist wichtig, dass ich meine Kinder im Fall der Fälle nicht finanziell belaste.
Zum Thema Nachhaltigkeit und Enkel: Ich finde einen nachhaltigen ETF als Geschenk zur Geburt oder zum Schulstart viel sinnvoller als irgendein Versicherungsprodukt. Das ist transparent, wächst langfristig und vermittelt den Kleinen auch einen Wert im wörtlichen Sinne.
Bin hier eher zufällig reingekommen, eigentlich beschäftige ich mich mehr mit FinTech-Themen. Aber so viel kann ich sagen: Ich wäre bei allen Produkten, wo Versicherung und Geldanlage vermischt wird, vorsichtig. Da sind die Kostenstrukturen oft alles andere als transparent und das merkt man meist erst wenn man genauer hinschaut.