Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiver mit dem Thema Altersvorsorge, weil ich merke, dass meine bisherigen Aktivitäten – nachhaltige Investments, Seltene Erden, ein bisschen ETF-Depot – allein nicht reichen werden. Jetzt stehe ich vor der Frage, ob ich mit einer staatlich geförderten Rentenversicherung ergänzen soll, und da tauchen die üblichen Verdächtigen auf: Riester oder Rürup.
Mein Hintergrund: Ich bin angestellt, Vollzeit, zahle also in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Kein Beamter, keine Selbstständigkeit. Ich bin dabei, mein Portfolio generell zukunftsorientierter aufzustellen – Nachhaltigkeit spielt bei mir eine Rolle, also würde mich auch interessieren, ob es bei beiden Varianten vernünftige ESG-Optionen gibt.
Was mich konkret interessiert:
- Riester scheint mir durch die Zulagen attraktiv, aber ich lese immer wieder, dass die Rendite oft enttäuschend ist. Wie seht ihr das?
- Rürup soll steuerlich interessant sein, aber ist das für Angestellte mit normalem Einkommen überhaupt sinnvoll?
- Gibt es einen Fall, wo man bewusst beide kombinieren würde?
Ich bin gerade in der Planungsphase – nutze den Sommer, um solche größeren Finanzentscheidungen in Ruhe durchzudenken, bevor ich irgendwo unterschreibe. Bin dankbar für Einschätzungen aus der Praxis, nicht für Hochglanzprospekte.
Aus meiner Erfahrung mit langfristigen Investments würde ich das so einordnen: Für einen Angestellten mit normalem Einkommen ist Riester erstmal die naheliegendere Wahl, allein wegen der Zulagen. Aber – und das ist der Knackpunkt – die Rendite steht und fällt mit dem Produkt dahinter. Klassische Riester-Versicherungen sind oft so träge, dass die Zulage kaum den Renditeunterschied zu einem simplen ETF-Sparplan aufwiegt.
Was ich in den Jahren gelernt hab: Wenn du sowieso schon ETF-affin bist, schau dir Riester-Fondssparpläne an, da gibts mittlerweile auch ESG-Varianten. Die haben mehr Substanz als die Versicherungsmäntel.
Rürup macht meiner Einschätzung nach bei Angestellten wirklich erst Sinn, wenn man ein höheres Einkommen hat und den Steuerhebel spürbar nutzen kann – sonst lohnt sich die Illiquidität kaum.
Beide zu kombinieren ist möglich, aber ich würde erstmal sicherstellen, dass ein Produkt wirklich zu dir passt, bevor du das Kapital auf zwei Baustellen verteilst.