Hallo zusammen,
stehe vor einer größeren Entscheidung für mein Importgeschäft. Handel hauptsächlich mit Partnern in Polen, Tschechien, Ungarn und den Niederlanden - also PLN, CZK, HUF und EUR. Bisher lief alles über meine Hausbank, aber die Wechselkursaufschläge und Überweisungsgebühren fressen ordentlich Gewinn.
Wise Business scheint auf dem Papier perfekt: Multicurrency-Konten, günstige Kurse, schnelle SEPA-Überweisungen. Aber kann das wirklich ein Hauptkonto ersetzen? Meine Sorgen:
- Liquiditätsplanung: Wie behält man bei 6 verschiedenen Währungstöpfen den Überblick? Gerade jetzt im Sommer plane ich größere Investitionen in Klimaanlagen für die Lager.
- Kreditlevel: Brauche gelegentlich Kontokorrent, bietet Wise das überhaupt?
- Buchhaltung: Wird das nicht zum Alptraum mit den ganzen Währungskonten?
- Sicherheit: Ist Wise wirklich so stabil wie eine traditionelle Geschäftsbank?
Hat jemand Erfahrungen mit Wise als Hauptkonto für mehrwährungsgeschäft? Oder sollte ich es nur als Ergänzung nutzen und das Hauptkonto bei der Hausbank lassen?
Danke für euren Input!
Wise als Hauptkonto? Hmm, bin da skeptisch. Hatte letztes Jahr mal Probleme mit einem eingefrorenen Transfer - Kundenservice war zwar ok, aber hat 3 Tage gedauert. Bei nem traditionellen Geschäftskonto hättest du einen Ansprechpartner vor Ort.
Für deine Liquiditätsplanung im Sommer: Würde ich bei der Hausbank bleiben und Wise nur für die Fremdwährungstransfers nutzen. Beste aus beiden Welten.
Moin KreditProfi47,
kann aus eigener Erfahrung sprechen - nutze Wise Business seit 2 Jahren parallel zu meinem Hauptkonto bei der Commerzbank. Multicurrency ist wirklich genial, ABER als Hauptkonto würde ich es nicht empfehlen.
Gründe:
1) Kein Kontokorrentkredit - das ist ein KO-Kriterium für saisonale Schwankungen
2) Liquiditätsplanung wird tatsächlich komplizierter. Du siehst zwar alle Währungen, aber Cashflow-Prognosen sind schwieriger
3) Deutsche Buchhaltungssoftware tut sich oft schwer mit den vielen Unterkonten
Mein Setup: Hauptkonto klassisch, Wise für alle Fremdwährungstransaktionen. Spare damit locker 2-3k im Jahr an Gebühren, habe aber trotzdem die Sicherheit der Hausbank. Die Diskussion über alternative Finanzdienstleister hatten wir ja schon mal - Vorsicht ist geboten.
Sehe das etwas anders als Thomas-Keller. Nutze Wise seit 1,5 Jahren als Hauptkonto für mein EU-Exportgeschäft und bin sehr zufrieden.
Ja, Kontokorrent gibt's nicht, aber ehrlich gesagt war das für mich ein Grund, die Liquiditätsplanung zu verbessern. Dashboard ist übersichtlicher als man denkt - alle Währungen auf einen Blick, automatische Umrechnungen in EUR für die Gesamtsicht.
Buchhaltung läuft bei mir über Lexoffice, das kann die CSV-Exporte problemlos verarbeiten. Wichtig: Separate Wise-Konten für jede Währung in der Buchhaltung anlegen.
Sicherheit: Wise ist in UK und EU reguliert, Einlagensicherung greift. Für Betriebsmittel völlig ok. Größere Rücklagen würde ich trotzdem auf Tagesgeld parken.
Ich hab da gute Erfahrungen mit der C24 Bank gemacht - die haben zwar nicht alle 6 Währungen direkt, aber das Girokonto ist kostenfrei und die Konditionen sind fair. Könnte als Ergänzung zu Wise interessant sein, falls du auch ein deutsches Hauptkonto brauchst. Die Vorteile des C24 Konto