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Buy-and-Hold vs. Market-Timing - warum Crashs aussitzen statt verkaufen?

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Andreas W.
Beiträge: 29
Themenstarter
(@andreas-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#15]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich jetzt seit ein paar Monaten intensiver mit ETFs und lese überall, dass Buy-and-Hold die beste Strategie ist. Crashs soll man einfach aussitzen und bloß nicht verkaufen. Aber ehrlich gesagt verstehe ich das nicht so richtig.

Wenn ich sehe, dass mein Depot 20% oder 30% im Minus steht, warum soll ich dann nicht verkaufen und später günstiger wieder einsteigen? Klar, Market-Timing ist schwer, aber wenn offensichtlich ist, dass es bergab geht (wie 2008 oder Corona-Crash), dann kann ich doch rechtzeitig raus und später wieder rein?

Ich hab das Gefühl, dass alle nur Buy-and-Hold predigen, weil es einfacher ist. Aber ist es wirklich besser? Wenn ich geschickt verkaufe und wieder kaufe, müsste ich doch mehr Gewinn machen können als jemand, der stur durchhält?

Hat jemand von euch schon mal versucht, den Markt zu timen? Wie sind eure Erfahrungen? Oder bin ich wirklich zu naiv und es ist tatsächlich besser, einfach zu halten?

Danke schon mal für eure Meinungen!


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3 Antworten
Marco Kellner
Beiträge: 11
(@vorsorgepro34)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Andreas, aus professioneller Sicht muss ich sagen: Buy-and-Hold funktioniert nicht, weil es "einfacher" ist, sondern weil es mathematisch überlegen ist.

Das Hauptproblem beim Market-Timing sind die Opportunitätskosten. Während du auf den "perfekten" Wiedereinstieg wartest, läuft dir der Markt davon. Historisch gesehen entstehen die größten Gewinne oft in sehr kurzen Zeiträumen - und die verpasst man, wenn man außen vor steht.

Zusätzlich kommen emotionale Faktoren ins Spiel: Gier und Angst führen dazu, dass Anleger meist zum falschen Zeitpunkt handeln. Sie verkaufen in Panik bei Tiefstständen und kaufen euphorisch bei Höchstständen.

Professionelle Fondsmanager mit allen Ressourcen schaffen es selten, den Markt langfristig zu schlagen. Als Privatanleger ist die Wahrscheinlichkeit noch geringer.


Antwort
Marcus Kaufmann
Beiträge: 17
(@marcus9263)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Market-Timing is halt mega schwer. Hab's selbst versucht und bin auf die Nase gefallen. Du denkst immer, du erkennst den Trend, aber meistens liegst du falsch oder zu spät dran.


Antwort
Stefan H.
Beiträge: 16
(@s-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hallo Andreas,

die Theorie klingt verlockend, aber in der Praxis ist Market-Timing extrem schwierig. Das Problem ist: Du musst zweimal richtig liegen - einmal beim Verkaufen und einmal beim Wiedereinstieg.

Beim Corona-Crash im März 2020 hätten viele "zu früh" verkauft, weil niemand wusste, wie tief es noch geht. Und wann wärst du wieder eingestiegen? Die Märkte haben sich überraschend schnell erholt. Viele haben den Wiedereinstieg verpasst.

Studien zeigen, dass die meisten Privatanleger mit Market-Timing schlechter abschneiden als mit Buy-and-Hold. Die besten Börsentage verpasst man oft, wenn man draußen ist. Ich hab hier schon mal über langfristige Strategien geschrieben - Zeit im Markt schlägt meist Timing des Marktes.


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