Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit ETFs und bin etwas verwirrt. Überall lese ich vom klassischen 70/30 Portfolio (70% Industrieländer wie MSCI World, 30% Schwellenländer wie MSCI Emerging Markets). Gleichzeitig gibt es aber auch All-World ETFs, die doch eigentlich das Gleiche abbilden?
Warum sollte ich mir die Mühe machen, zwei verschiedene ETFs zu kaufen und die Gewichtung selbst zu verwalten, wenn ich einfach einen All-World nehmen kann? Der FTSE All-World oder MSCI ACWI haben doch auch Industrieländer und Schwellenländer drin.
Ich frage mich:
- Ist die Kostenstruktur bei zwei ETFs schlechter?
- Muss ich ständig rebalancieren beim 70/30?
- Gibt es Vorteile bei der Flexibilität?
- Oder ist das alles nur Marketing und am Ende egal?
Bin noch relativ neu beim Investieren und möchte nicht unnötig kompliziert anfangen. Andererseits will ich auch nichts falsch machen. Was sind eure Erfahrungen?
Danke für eure Hilfe!
Viele Grüße
S.Hoffmann
All-World ist definitiv der einfachere Weg und für die meisten völlig ausreichend. Die Diskussion um 70/30 ist oft überbewertet.
Die Hauptargumente für 70/30 sind:
1. Höhere EM-Gewichtung (30% vs. ~11%)
2. Mehr Kontrolle über die Allokation
3. Möglichkeit, einzelne Regionen zu über-/untergewichten
Aber ehrlich gesagt: Der Unterschied in der Performance wird langfristig nicht dramatisch sein. All-World ist diversifizierter, automatisch rebalanciert und du sparst dir Arbeit.
Wenn du gerade erst anfängst, würde ich klar zum All-World raten. KISS-Prinzip: Keep it simple, stupid. Du kannst immer noch komplexer werden, wenn du mehr Erfahrung hast.
Moin S.Hoffmann,
kann dich gut verstehen, hatte am Anfang die gleiche Frage. Bin auch mit All-World angefangen, weil's einfacher schien.
Der Hauptunterschied liegt in der Gewichtung: All-World ETFs haben meist nur ca. 10-12% EM-Anteil, weil sie nach Marktkapitalisierung gewichten. Beim 70/30 hast du bewusst 30% EM und damit höheres Risiko, aber auch höhere Renditechancen.
Kosten sind bei zwei ETFs minimal höher, aber vernachlässigbar. Rebalancing musst du vielleicht 1-2x im Jahr machen, ist echt kein Aufwand.
Ich hab übrigens auch schon mal überlegt komplett zu wechseln, als meine Bank die Gebühren erhöht hat. Bei der neuen Direktbank sind die ETF-Sparpläne sogar kostenlos.
Für den Anfang ist All-World absolut okay. Kannst später immer noch umschichten, wenn du mehr Erfahrung hast.
Kommt drauf an was du willst. All-World ist bequemer, 70/30 gibt dir mehr Kontrolle über dein Portfolio.