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Weiterbildung selbst finanzieren oder Arbeitgeber einspannen?

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Markus Keller
Beiträge: 1
Themenstarter
(@markus_k_1988)
New Member
Beigetreten: Vor 9 Stunden
[#29]

Hallo zusammen,

ich stecke gerade in einer Situation, wo ich eigentlich weiß, was ich will – aber nicht genau, wie ich es finanzieren soll.

Kurze Zusammenfassung: Ich arbeite Vollzeit, der Job ist okay, aber das Gehalt stagniert seit etwa zwei Jahren. Ich habe mir überlegt, eine Zertifizierung im Bereich Projektmanagement (PMP oder Prince2, noch unentschieden) zu machen, weil ich damit realistisch 8-12% mehr Gehalt bei einem Wechsel herausholen könnte. Das hat mir zumindest jemand aus meinem Netzwerk bestätigt.

Das Problem: Die Kurse kosten je nach Anbieter zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Ich hätte das Geld auf dem Tagesgeldkonto, würde es aber ungern pauschal rausreißen, ohne vorher alle Optionen geprüft zu haben.

Fragen, die mich beschäftigen:
- Kann ich meinen Arbeitgeber dazu bringen, zumindest einen Teil zu übernehmen, ohne dass er dann einen Rückforderungsvertrag für 3 Jahre dranhängt?
- Gibt es staatliche Förderungen, die für Vollzeitbeschäftigte mit normalem Gehalt noch infrage kommen? Bildungsprämie läuft ja nicht mehr in der alten Form...
- Macht es Sinn, die Kosten als Werbungskosten abzusetzen, auch wenn ich den Job noch nicht direkt gewechselt habe?

Für den Sommer hätte ich jetzt tatsächlich etwas mehr Ruhe, um das anzugehen – viele Kollegen im Urlaub, weniger Meetings. Würde das gerne strategisch nutzen.

Markus


1 Antwort
Andreas Kremer
Beiträge: 15
(@andreas-kremer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Markus, ich kenn die Situation gut – hab das vor Jahren selbst durchgespielt, als ich noch angestellt war.

Zum Arbeitgeber: Frag, aber formulier es strategisch. Nicht "ich will mich weiterbilden", sondern "die Zertifizierung hilft direkt bei Projekt X, das wir gerade planen." Rückforderungsklauseln sind tatsächlich das übliche Gegenleistungsmodell – aber verhandelbar. Oft bekommt man 1-2 Jahre statt 3, wenn man geschickt argumentiert. Und auch eine 50/50-Teilung ohne Klausel ist manchmal drin.

Zum Absetzen: Ja, unbedingt. Weiterbildungskosten für denselben Berufsbereich sind Werbungskosten, auch ohne direkten Jobwechsel. Du musst nur plausibel machen, dass es die aktuelle oder eine vergleichbare Tätigkeit stärkt – was bei PM-Zertifizierungen eigentlich immer passt.

Staatliche Förderung für Vollzeitbeschäftigte mit normalem Einkommen ist in der Praxis mager geworden, da hast du recht. Schau trotzdem mal in dein Bundesland – einige haben eigene Programme laufen, die kaum jemand kennt.

Meine Empfehlung: erst Arbeitgeber anfragen, parallel steuerlich vorbereiten. Das Tagesgeld würd ich nur anrühren wenn beides nichts ergibt.


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