Hallo zusammen,
ich arbeite seit zwei Jahren in Vollzeit als Marketing-Assistentin (etwa 2.400€ brutto) und würde gerne nebenbei als Freelancerin etwas dazuverdienen. Habe schon ein paar Anfragen für Social Media Management und Texterstellung bekommen.
Jetzt bin ich aber total unsicher: Wie viel darf ich denn überhaupt nebenbei verdienen, ohne dass mein Arbeitgeber sauer wird oder das Finanzamt nachfragt? In meinem Arbeitsvertrag steht nur was von "Nebentätigkeiten sind anzuzeigen", aber keine konkreten Grenzen.
Bin auch unsicher wegen der Steuern - ab wann muss ich ein Gewerbe anmelden? Und wie ist das mit der Sozialversicherung? Will auf keinen Fall Ärger bekommen, aber 400-600€ extra im Monat wären schon nice.
Hat jemand Erfahrungen damit? Bin für jeden Tipp dankbar!
LG Lena
Hey Lena!
Kann ich gut verstehen, war in ner ähnlichen Situation vor paar Jahren. Also grundsätzlich gibt's keine feste Verdienstgrenze für Nebentätigkeiten, aber dein AG muss informiert werden und kann es auch verbieten wenn Interessenkonflikte bestehen.
Bei den Steuern: Freelancing ist meist freiberufliche Tätigkeit, da brauchst du kein Gewerbe. Einfach beim Finanzamt als Freiberufler anmelden. Sozialversicherung ist entspannt solange du unter 450€/Monat bleibst, darüber wirds komplizierter.
600€ könnten schon grenzwertig sein - nicht wegen Gesetzen, sondern weil dein Chef denken könnte du bist zu abgelenkt. Ich würd mit 300-400€ anfangen und schauen wie die Reaktion ist.
Hi Lena,
als selbstständiger Berater kenne ich das Thema gut. Wichtig: Du musst zwischen freiberuflicher Tätigkeit und Gewerbe unterscheiden. Texterstellung und Social Media Management fallen meist unter freie Berufe - da reicht eine Anmeldung beim Finanzamt.
Die 450€-Grenze gilt nur für Minijobs, nicht für selbstständige Nebentätigkeit. Du zahlst auf alle Einkünfte Steuern, aber solange du unter dem Grundfreibetrag bleibst (aktuell 10.908€), fällt keine Einkommensteuer an.
Wichtig: Arbeitsvertrag genau lesen! "Anzuzeigen" bedeutet meist nur informieren, nicht genehmigen lassen. Aber Vorsicht bei Konkurrenzklauseln.
Tipp: Fang klein an, dokumentiere alles sauber und leg gleich Geld für Steuern zur Seite (ca. 30% des Gewinns).
Junge Dame, hier sollten Sie sehr vorsichtig sein. Nach meiner Erfahrung ist die arbeitsrechtliche Seite oft das größere Problem als die steuerliche.
Ihr Arbeitgeber muss der Nebentätigkeit zustimmen, besonders wenn es im gleichen Bereich ist. Marketing und Social Media könnte er als Konkurrenz sehen. Das sollten Sie unbedingt vorher klären.
Steuerlich sind Sie als Freiberuflerin zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, sobald die Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr liegen. Bei 400-600 Euro monatlich reden wir von 4.800-7.200 Euro jährlich - das ist schon eine erhebliche Summe.
Mein Rat: Sprechen Sie erst mit Ihrem Vorgesetzten, dann mit einem Steuerberater. Die paar hundert Euro Beratung sparen Ihnen später viel Ärger.