Hallo zusammen,
ich bin relativ neu hier und versuche gerade, meine Finanzen in den Griff zu bekommen. Ich habe angefangen, mir ein Haushaltsbuch zu führen und möchte jetzt endlich verstehen, wie ich mein Geld sinnvoll anlegen kann.
Jetzt bin ich beim Recherchieren über den Freistellungsauftrag gestolpert und bin ehrlich gesagt verwirrt. Ich habe gelesen, dass man damit Steuern auf Kapitalerträge sparen kann, aber ich verstehe nicht genau, wie das funktioniert und ob das für mich relevant ist.
Ich habe momentan etwa 8.000 Euro auf dem Sparbuch liegen, die ich gerne anlegen würde – vermutlich in einen ETF-Sparplan. Sollte ich den Freistellungsauftrag jetzt schon einrichten? Wie viel kann ich überhaupt steuerfrei verdienen? Und wo genau stelle ich das an?
Wäre super, wenn mir jemand das vereinfacht erklären könnte – mit praktischen Tipps für Anfänger wie mich.
Danke schonmal!
Lena
Kurze Antwort: Ja, Freistellungsauftrag sofort anlegen, dauert 10 Minuten. 1.000 Euro Freibetrag pro Depotbank.
Mit Verlaub, aber bevor du dich in Freistellungsaufträge stürzt: Überleg dir erst, ob du damit wirklich signifikant Steuern sparst. Bei 8.000 Euro und normalen Renditen wirst du Jahre brauchen, bis der Freibetrag relevant wird.
Das größere Problem: Viele Anfänger kleben am Sparplan, ohne überhaupt die Gebührenstruktur ihrer Bank zu checken. 1% Verwaltungsgebühr frisst dir mehr auf als dein Steuervorteil. Deshalb erst Bank/Broker vergleichen, dann Freistellungsauftrag.
Thomas
Hallo Lena,
gute Frage! Der Freistellungsauftrag ist tatsächlich einer der einfachsten Hebel, um Steuern zu sparen – und gerade bei kleineren Vermögen sehr relevant.
Kurz gesagt: Der Freibetrag liegt 2024 bei 1.000 Euro pro Jahr (ab 2025 sogar 1.200 Euro). Das heißt, deine Bank führt bis zu diesem Betrag keine Abgeltungsteuer ab. Du erstellst einfach einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank oder deinem Broker – das geht völlig unkompliziert beim Depot eröffnen oder online.
Bei deinen 8.000 Euro lohnt sich das definitiv. Wenn du beispielsweise 4-5% Rendite pro Jahr machst, liegen deine Erträge anfangs deutlich unter dem Freibetrag. Du brauchst also nicht sofort Steuern zahlen.
Praktischer Tipp: Verteile deinen Freistellungsauftrag eventuell auf mehrere Depots, falls du verschiedene Finanzinstitute nutzt – jede Institution hat einen separaten Freibetrag.
Du bist auf einem guten Weg – das Haushaltsbuch parallel zu führen, ist wirklich sinnvoll für deine finanzielle Grundbildung.
VG Klaus