Hallo zusammen,
bin gerade zurück aus dem Urlaub und hab mal wieder mein Depot gecheckt. Nach 15 Jahren kontinuierlicher ETF-Sparplan (hauptsächlich MSCI World und EM) bin ich jetzt bei etwa 180k angekommen. Bin echt zufrieden mit der Entwicklung!
Jetzt grübel ich aber: Ab welcher Depotsumme macht es Sinn, auch mal über Einzelaktien nachzudenken? Hab schon öfter gelesen, dass man erst ab 100k+ diversifizieren sollte, andere sagen erst ab 500k.
Mein Plan war eigentlich immer "ETF und fertig", aber irgendwie juckt es mich schon, mal 5-10% in ein paar solide Einzelwerte zu stecken. Microsoft, Apple, sowas halt. Oder ist das nur Spielerei und ich soll bei der bewährten ETF-Strategie bleiben?
Hab ehrlich gesagt auch bisschen Bammel vor dem Einzelaktien-Research. Bei ETFs war's ja einfach - monatlich rein und nicht groß drüber nachdenken. Aber vielleicht ist es ja Zeit für den nächsten Schritt?
Wie seht ihr das? Ab welcher Summe habt ihr angefangen zu diversifizieren? Und falls ja - wie viel Prozent würdet ihr maximal in Einzelaktien stecken?
Danke schon mal!
Hmm, bin da etwas anderer Meinung als Andreas-Mueller. Warum willst du überhaupt von einer funktionierenden Strategie abweichen?
15 Jahre ETF-Sparplan haben dir 180k gebracht - das ist doch ein super Ergebnis! Einzelaktien bedeuten mehr Aufwand, mehr Risiko und statistisch gesehen schlagen die wenigsten Privatanleger den Markt.
Das "Jucken" kenne ich auch, aber das ist oft nur Langeweile oder FOMO. In Wahrheit kaufst du mit deinen ETFs ja schon die besten Unternehmen der Welt - nur eben ohne das Risiko einer Klumpenbildung.
Wenn's dich wirklich reizt: Nimm maximal 5% für "Spielgeld" in Einzelaktien. Aber ehrlich? Bei deinem Erfolg würde ich einfach weitermachen wie bisher.
Kann beide Seiten verstehen. Bin auch bei ähnlicher Summe und hab letztes Jahr angefangen, einzelne Positionen beizumischen.
Wichtig ist meiner Erfahrung nach: Mach dir vorher einen Plan. Welche Sektoren willst du übergewichten? Wie oft willst du rebalancen? Wie viel Zeit willst du fürs Research investieren?
Ich hab mit 8% angefangen - 4 Positionen à 2%. Mittlerweile bin ich bei 12%, aber das war ein langsamer Prozess über 18 Monate.
Ein Vorteil: Du lernst die Märkte besser kennen und verfolgst Quartalszahlen aufmerksamer. Nachteil: Es kostet definitiv mehr Zeit und Nerven.
Mein Rat: Wenn du's machen willst, dann richtig. Kauf nicht einfach die FAANG-Aktien, weil alle darüber reden.