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Kreditlinie beim Geschäftskonto: Worauf muss ich wirklich achten?

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Werner Hofmann
Beiträge: 2
Themenstarter
(@werner6868)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#118]

Hallo zusammen,

ich betreibe seit ein paar Jahren ein kleines Unternehmen und komme jetzt in eine Situation, wo ich über eine Kreditlinie beim Geschäftskonto nachdenke. Hintergrund: Wir haben diesen Sommer einige größere Projekte gleichzeitig laufen, dazu kommen Investitionen in die Klimaanlage für unsere Büroräume (der Sommer wird ja wieder unerträglich) und dann ist natürlich auch noch die Urlaubszeit – heißt, Zahlungseingänge von Kunden kommen erfahrungsgemäß langsamer rein, weil viele selbst im Urlaub sind.

Ich hab mich jetzt bei meiner Hausbank erkundigt, die bieten einen Kontokorrentkredit an. Die Konditionen klingen erstmal okay, aber ehrlich gesagt blick ich bei dem Kleingedruckten nicht ganz durch. Was muss ich da wirklich beachten? Ich meine konkret:

- Worauf sollte ich bei den Zinssätzen achten? Gibt es da Fallstricke, die man leicht übersieht?
- Ist ein variabler Zins bei so einer Linie normal oder sollte ich auf Festzins bestehen?
- Wie realistisch ist es, die Kreditlinie auch wirklich zu verhandeln (Höhe, Zinsen)?
- Gibt es Klauseln, die ich unbedingt prüfen sollte, bevor ich unterschreibe?

Bin für jeden Hinweis aus der Praxis dankbar. Ich möchte nicht in eine Zinsfalle tappen, nur weil ich gerade ein bisschen Luft im Sommer brauche.

Viele Grüße
Werner6868


5 Antworten
Klaus Müller
Beiträge: 12
(@klaus_1972)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich seh das etwas kritischer als Markus_H88 oben.

Ein Kontokorrentkredit für Sommerprojekte und Klimaanlage – das ist genau die Nutzung, für die diese Linien ursprünglich gedacht waren, aber sie sind trotzdem teuer. Wenn du die Linie auch mal länger nutzt als geplant (was im Sommer schnell passiert, wenn Kunden trödeln), zahlst du richtig drauf.

Mein Rat: Rechne erstmal durch, ob du die Linie wirklich brauchst oder ob ein einfacher Puffer auf dem Konto dasselbe leistet. Und wenn du sie nimmst: immer mit einem festen Rückzahlungsplan im Kopf. Kontokorrentkredite haben die unangenehme Eigenschaft, dass man sie "vergisst" weil sie halt einfach da sind – und dann läuft der Zinszähler still im Hintergrund. Das kenn ich aus eigener Erfahrung.


Antwort
Markus H.
Beiträge: 4
(@markus_h88)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Werner,

relevantes Thema – hab mich damit auch schon intensiver beschäftigt, unter anderem im Zusammenhang mit Konten im Ausland (da sind die Kreditlinien-Bedingungen nochmal anders, siehe z.B. Geschäftskonto in Nicht-EU-Land: Steuer- und Compliance-Fallen?).

Zur Kernfrage: Der häufigste Fallstrick beim Kontokorrentkredit ist, dass der Zinssatz variabel ist und sich am Basiszinssatz orientiert – mit einem festen Aufschlag der Bank. Das klingt harmlos, aber der Aufschlag kann 5–8 Prozentpunkte betragen, manchmal mehr. Im Vertrag steht das oft nur als "banküblicher Aufschlag" oder ähnlich vage.

Was du konkret prüfen solltest:
- Wie hoch ist der effektive Jahreszins genau? Nicht nur der nominale.
- Gibt es eine Bereitstellungsprovision, auch wenn du die Linie gar nicht nutzt?
- Kann die Bank die Linie einseitig kürzen oder kündigen – und unter welchen Bedingungen?
- Ist eine Mindestnutzung vorgeschrieben?

Variabler Zins ist bei Kontokorrent eigentlich Standard, Festzins ist da eher unüblich. Aber du kannst und solltest über den Aufschlag verhandeln, gerade wenn du schon länger Kunde bist und ordentliche Umsätze vorweisen kannst. Banken haben da mehr Spielraum als sie zugeben.


Antwort
Werner Krämer
Beiträge: 3
(@werner68)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Guter Thread, danke für die Zusammenfassung von Realist_1976. Ich ergänze noch einen Punkt der mir immer wichtig war: schau genau hin, wie die Zinsberechnung tagesgenau funktioniert. Manche Banken rechnen auf Basis 360 Tage (kaufmännische Methode), andere 365 – das klingt marginal, macht bei höheren Beträgen aber durchaus was aus. Steht meist im Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht im Hauptvertrag.


Antwort
Marcus Kramer
Beiträge: 20
(@marcus-kramer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurz und sachlich: Auf die Überziehungsprovision achten. Die wird manchmal zusätzlich zum Zinssatz fällig wenn man über die vereinbarte Linie geht – und das passiert schneller als man denkt. Steht oft im Kleingedruckten und kann den effektiven Zins massiv nach oben treiben.


Antwort
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