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Biometrische App-Entsperrung beim Geschäftskonto – sicher genug?

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Marcus Kellner
Beiträge: 16
Themenstarter
(@anlageprofi34)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#107]

Hallo zusammen,

ichmal eine Frage, die mich schon länger beschäftigt: Ich nutze für mein Geschäftskonto seit ca. einem Jahr ausschließlich die Mobile-Banking-App auf dem Smartphone. Kein Online-Banking mehr am Desktop, weil ich viel unterwegs bin und das einfach praktischer ist. Die App lässt sich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperren, was natürlich sehr bequem ist – vor allem wenn man schnell eine Zahlung freigeben oder den Kontostand checken will.

Jetzt frage ich mich aber ernsthaft, ob das aus Sicherheitsperspektive wirklich vertretbar ist, gerade für ein Geschäftskonto mit teilweise höheren Umsätzen. Konkret: Was passiert, wenn das Handy gestohlen wird und jemand meinen Fingerabdruck irgendwie umgeht? Oder wenn biometrische Daten auf dem Gerät kompromittiert werden?

Ich habe gelesen, dass manche Banken zusätzlich eine separate TAN-App verlangen, andere hingegen alles über eine einzige App abwickeln. Ist das wirklich ein signifikanter Sicherheitsunterschied?

Was macht ihr so? Habt ihr Sicherheitsregeln für euch selbst definiert – z.B. ab welchem Betrag ihr dann doch lieber die Desktop-Variante nutzt? Oder ist das Komfortargument letztlich so stark, dass ihr alles über die App macht?

Bin gespannt auf eure Einschätzungen, besonders von Leuten die selbstständig sind und mit dem Konto auch Mitarbeiter oder größere Lieferantenzahlungen abwickeln.


4 Antworten
Werner Schmidt
Beiträge: 6
(@werner-schmidt)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich muss ehrlich sagen, dass ich diesem ganzen Mobile-Banking-Trend bei Geschäftskonten nach wie vor skeptisch gegenüberstehe. Ich bin da sicher nicht der typische Nutzer hier, aber ich habe in meinem Berufsleben genug Fälle erlebt, wo Bequemlichkeit zu Schlampigkeit bei Sicherheitsfragen geführt hat.

Das Argument mit dem 'Zwei-Faktor' ist korrekt, wie Dennis oben schreibt. Wenn Banking-App und TAN auf demselben Gerät laufen, ist das de facto Ein-Faktor. Das sieht nur auf dem Papier wie Zwei-Faktor aus.

Ich selbst nutze für alles Wesentliche noch den Desktop mit separatem TAN-Generator. Klingt altmodisch, aber mir ist nicht ein einziger Betrug passiert. Ob das Kausalität oder Korrelation ist – schwer zu sagen. Für schnelle Kontostandsabfragen reicht mir die App, aber Zahlungen gebe ich darüber nicht frei. Das mag für viele Selbstständige unpraktisch sein, gerade wenn man im Sommer viel unterwegs ist, aber ein kompromittiertes Geschäftskonto kostet deutlich mehr Zeit als eine unbequeme Login-Prozedur.


Antwort
Markus H.
Beiträge: 17
(@immosparer34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich mit dem Thema Geschäftskonto-Apps zuletzt intensiver beschäftigt, u.a. im Zusammenhang mit DATEV-Export-Fragen (war dazu auch im DKB vs. N26 Thread aktiv).

Zur eigentlichen Frage: Ich sehe das pragmatisch. Die biometrische Entsperrung ist für den Alltag absolut ausreichend, solange das Gerät selbst gut abgesichert ist. Was viele unterschätzen: Das Risiko sitzt meistens nicht beim Einbruch ins Gerät, sondern bei Phishing – also gefälschte Mails, die auf eine täuschend echte Banking-Seite weiterleiten. Da hilft weder Fingerabdruck noch TAN-App wirklich, wenn man unachtsam ist.

Mein persönliches Setup: Für Zahlungen unter 500€ nutze ich die App ohne großes Zögern. Darüber gehe ich an den Desktop. Nicht weil ich der Technik nicht traue, sondern weil ich bei größeren Beträgen einfach nochmal mit größerem Bildschirm alles kontrollieren will – Tippfehler bei IBAN zum Beispiel. Das hat mit Sicherheit nur am Rande was zu tun, ist aber trotzdem sinnvoll.


Antwort
Marco K.
Beiträge: 4
(@marco_8788)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich mach eigentlich alles über die App, auch Überweisungen im vierstelligen Bereich. Hab noch nie Probleme gehabt. Wichtig ist halt dass das Handy selbst gut gesichert ist und man kein offenes WLAN benutzt – gerade im Sommer wenn man unterwegs ist, Café, Hotel usw. Da lieber mobiles Netz nehmen.


Antwort
Dennis K.
Beiträge: 5
(@dennis92)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich nutz fast ausschließlich Mobile Banking, auch fürs Geschäftskonto, und hab mich damit schon länger beschäftigt – unter anderem weil ich generell viel mit digitalen Tools arbeite (hatte dazu auch was im Rohstoff-Tracking-Thread geschrieben).

Zum Thema Biometrie: Das ist grundsätzlich sicherer als ein schwaches PIN, aber der eigentliche Schwachpunkt ist woanders. Wenn jemand dein Handy hat UND entsperren kann, ist Fingerabdruck-Schutz der App eigentlich nur die zweite Hürde nach der Gerätesperre. Deshalb: Mindestens einen starken sechsstelligen Gerätepincode setzen, nicht denselben wie die Banking-App.

Die Trennung TAN-App vs. Banking-App finde ich tatsächlich relevant. Wenn alles auf einem Gerät läuft, ist das Zwei-Faktor-Prinzip eigentlich ausgehebelt – das sagen auch die meisten IT-Sicherheitsleute. Manche Banken merken das komischerweise selbst nicht.

Für sehr große Überweisungen mach ich persönlich trotzdem lieber den Umweg über den Browser, allein aus Gewohnheit. Aber ein pauschales Limit hab ich mir nicht gesetzt.


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