Hey Leute,
sitze hier bei 30 Grad in der Wohnung (die Klimaanlage macht Probleme...) und grübel über mein Depot nach. Hab wie viele hier den klassischen MSCI World ETF im Sparplan, läuft auch seit Jahren gut.
Aber mir gehen ein paar Gedanken durch den Kopf: Was wenn die nächsten 10-15 Jahre ganz anders werden? Ich meine, der MSCI World ist ja sehr USA-lastig (ca. 70%). Aber überall hört man von Deglobalisierung, Handelskriegen, "Reshoring" von Produktion zurück nach Europa/USA. China und USA streiten sich, Europa versucht "strategische Autonomie", alle wollen ihre eigenen Chip-Fabriken usw.
Könnte es sein, dass diese Entwicklungen die Performance von global aufgestellten US-Konzernen bremsen? Und gleichzeitig andere Regionen oder Sektoren profitieren? Ich denk da an Infrastruktur, Verteidigung, lokale Versorger, vielleicht sogar europäische Unternehmen die von der Rückverlagerung profitieren.
Bin 38 und hab noch 25-30 Jahre bis zur Rente, also Zeit für Experimente. Aber trotzdem: Sollte man das klassische World-Portfolio überdenken? Oder bin ich zu pessimistisch was die USA angeht?
Was meint ihr?
Interessante Überlegung! Das Thema Deglobalisierung beschäftigt mich auch. Aber ich denke, du überschätzt das Problem etwas. Die großen US-Konzerne im MSCI World sind ja nicht umsonst so dominant geworden - die passen sich extrem schnell an.
Apple, Microsoft, Google etc. haben riesige Cash-Reserven und können sich problemlos umstellen. Wenn Produktion zurückverlagert wird, bauen sie halt Fabriken in den USA oder Europa. Die werden durch Deglobalisierung nicht schwächer, sondern stärken ihre Position noch.
Außerdem: Selbst wenn einzelne Branchen leiden, der MSCI World diversifiziert das ja weg. Und historisch gesehen haben sich Märkte immer wieder angepasst. Wie Werner damals schrieb - langfristig gewinnen fast immer die innovativen Unternehmen.
Ich würde beim bewährten World bleiben und höchstens 10-15% in Schwellenländer oder Europa streuen.