Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage, ob Online-Kurse als zusätzliche Einkommensquelle neben meinem Job als Projektmanager sinnvoll sein könnten. Überall liest man von Menschen, die mit digitalen Produkten passives Einkommen aufbauen – aber wie realistisch ist das wirklich?
Meine Situation: Ich habe fundiertes Wissen in meinem Bereich (Projektmanagement, Agile Methoden), könnte mir vorstellen, einen Kurs zu erstellen. Aber ehrlich gesagt schreckt mich der initiale Aufwand ab. Wie lange dauert es realistische bis zum ersten verkauften Kurs? Welche Plattformen sind sinnvoll (Udemy, Thinkific, eigene Website)? Und vor allem: Wie viel Zeit muss ich pro Woche einplanen – ohne dass mein Vollzeitjob oder meine anderen Sachwert-Pläne leiden?
Ich interessiere mich eigentlich mehr für langfristige, stabilere Vermögensaufbau wie Immobilien oder diversifizierte Portfolios. Aber wenn Online-Kurse wirklich mit moderatem Zeitaufwand funktionieren, könnte das eine Brückenlösung sein.
Wer hat hier praktische Erfahrungen? Lieber direkt von echten Zahlen hören, nicht von Marketing-Versprechungen.
Bei Krypto-Einnahmen seh ich ähnliche Probleme – hoher Aufwand am Anfang, ungewisse Erträge. Online-Kurse sind vielleicht ähnlich riskant, nur ohne die volatilen Chancen lol
Gute Frage, Stefan. Ich beschäftige mich ja hauptsächlich mit Immobilien-Finanzierung und ETF-Strategien, aber ein paar Gedanken dazu: Online-Kurse sind nicht wirklich "passiv". Die erste Phase (Produktion, Vermarktung) kostet 3–6 Monate, wenn du nebenbei noch arbeiten musst. Dann musst du kontinuierlich Traffic aufbauen – das ist aktive Arbeit. Udemy nimmt 50 % Provision, eigene Plattformen erfordern technisches Setup. Meine Erkenntnis: Digitale Produkte sind eher mittelfristiges Einkommen, keine echte passive Quelle wie Mieteinnahmen oder Dividenden. Würde dir eher empfehlen, die Zeit in dein ETF-Portfolio zu investieren – das wächst nachts von allein.
Als Ingenieur mit ähnlichem Zeitdruck wie du kann ich dir folgendes sagen: Ich habe es überlegt, aber die realistische Arbeitszeit ist unterschätzt. Du brauchst: Storyboarding (10h), Aufnahmen/Schnitt (20–40h je nach Qualität), Plattform-Setup (5–10h), Marketing/Email-Sequenzen (10h+). Dann monatlich: Community-Management, Updates, Kundensupport. Das summiert sich auf mindestens 3–4h die Woche am Anfang. Bei mir hätte das das ganze Work-Life-Balance-System gesprengt. Stattdessen fahre ich besser mit automatisierten ETF-Sparplänen – da muss ich keine 4h monatlich investieren.