Hallo zusammen,
ich bin dabei, meine Anlagestrategie für die nächsten 15-20 Jahre neu zu strukturieren und stoße immer wieder auf die gleiche Frage: Sollte ich mich auf reine Wachstums-ETFs konzentrieren (MSCI World, FTSE All-World o.ä.) oder gezielt Dividendenzahler ins Portfolio mischen?
Mein Hintergrund: Ich nutze mehrere Geschäftskonten parallel und habe bereits Tools zur Depot-Verwaltung im Einsatz. Derzeit bin ich zu etwa 70% in klassischen Wachstums-ETFs unterwegs, überlege aber, einen kleineren Teil (20-30%) in Dividenden-ETFs umzuschichten, um eine regelmäßigere Cashflow-Komponente zu haben.
Meine konkrete Frage: Gibt es aus Rendite-Sicht einen signifikanten Unterschied zwischen beiden Ansätzen über 15+ Jahre? Und wie würdet ihr die Steuerung über die digitalen Verwaltungstools handhaben – spielt die thesaurierende vs. ausschüttende Struktur dabei eine große Rolle?
Ich interessiere mich besonders für eine systematische Analyse, nicht für pauschale Empfehlungen.
Danke für fundierte Input!
Hi Martin W.,
aus meiner langjährigen Berufserfahrung kann ich dir sagen: Bei 15-20 Jahren Anlagehorizont ist der Renditeunterschied zwischen reinen Wachstums-ETFs und Dividenden-Mix tatsächlich marginal. Die Gesamtrendite hängt primär von der Kursentwicklung ab, nicht von der Ausschüttungsform.
Entscheidender für dich dürfte sein die Steuerwirkung: Thesaurierer verzögern Besteuerung durch Wiederanlage, bei Ausschüttern zahlst du jährlich Kapitalertragsteuer – besonders relevant, wenn du mehrere Geschäftskonten verwaltest und die Depots nicht im Freistellungsauftrag optimal genutzt werden.
Praktischer Tipp: Nutze deine Verwaltungstools, um die Ausschüttungen automatisch in neue Anteile zu reinvestieren. Das gibt dir psychologisch den Cashflow-Effekt, ohne die steuerliche Effizienz zu opfern. Mein Rat: Bleib bei deinen 70% Wachstums-ETFs und ergänz maximal 15-20% Dividenden-ETFs – nicht für höhere Rendite, sondern für psychologische Ruhe.
Grüße,
Thomas