Hallo zusammen,
Ich bin gerade in einer Phase, wo ich meine Finanzen neu strukturiere. Die letzten Jahre habe ich konsequent meine Konsumkredite abgebaut und durch gezielt bessere Gehaltsverhandlungen mein Einkommen deutlich erhöht. Jetzt habe ich das erste Mal echte Rücklagen, die ich strategisch anlegen könnte.
Mich beschäftigt die Frage: Macht es Sinn, in physisches Gold zu gehen? Ein Arbeitskollege schwört darauf, sagt, das sei der Inflationsschutz schlechthin. Andere im bekannten Kreis finden das altmodisch und meinen, ein diversifiziertes Depot mit ETFs und ein kleiner Goldanteil reichen völlig aus.
Ich bin nicht der Typ für spekulative Experimente – ich suche nach soliden, nachvollziehbaren Strategien. Wie würdet ihr das im Sommer 2026 angehen? Macht eine kleine Beimischung von Gold (sagen wir 5–10% des investierbaren Vermögens) überhaupt noch Sinn, oder ist das eher emotional getrieben?
Kurz gesagt: 5–10% sind okay, aber nicht notwendig. Breites ETF-Portfolio reicht völlig aus.
Markus, ich muss hier ehrlich kontern: Das Gold-Narrative ist oft überbewertet. Die meisten Leute kaufen Gold, weil alle anderen sagen, man solle es tun – nicht aus einer durchdachten Analyse heraus. Schau dir die langfristige Realrendite von Gold an: Die ist seit 30 Jahren beschämend niedrig. Wenn du 5–10% in physisches Gold packst, zahlst du dafür Lagergebühren, Versicherungen, eventuell Premien beim Kauf. Das frisst deine Rendite auf. Ich bin da skeptisch. Lieber ein durchdachtes Portfolio aus mehreren Anlageklassen – aber basierend auf Zahlen, nicht auf dem, was der Kollege erzählt.
Markus, aus meiner Erfahrung würde ich das pragmatisch sehen: Gold hat seinen Platz, aber nicht aus emotionalen Gründen. Als Inflationsschutz ist es tatsächlich interessant, aber die Realrendite ist eher flach. Meine Empfehlung: Wenn du ein solides Grundgerüst aus ETFs aufbaust – ein breit gestreutes All-World-Portfolio – dann sind 5–10% Gold als Beimischung durchaus vertretbar. Das gibt dir Ruhe und funktioniert psychologisch auch. Wichtiger als die exakte Quote ist, dass du es strukturiert anlegst und nicht bei jedem Preisausschlag nervös wirst. Du kennst ja das Gefühl, wenn man ein Ziel vor Augen hat – hier gilt das auch.
Nach meiner langen Pause vom Markt habe ich mich wieder intensiv mit Vermögensaufbau befasst. Zum Gold: Es ist kein Investment im klassischen Sinne – es wirft keine Dividenden ab, keine Zinsen. Aber als stabiler Wertspeicher in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit hat es seinen Platz. Ich würde es so sehen: Wenn du ohnehin nachhaltig denken möchtest und in ESG-fokussierte Anlagen gehen willst, sollte Gold eher eine kleine Rolle spielen. Lieber ein solides Dividenden-Portfolio mit einer Cashquote aufbauen.