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Nachhaltige Selbstständigkeit: Welches Geschäftskonto für ESG-Fokus?

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Klaus H.
Beiträge: 7
Themenstarter
(@klaushartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#130]

Hallo zusammen,

nach einer längeren Auszeit melde ich mich zurück und starte gerade neu durch – unter anderem mit einer kleinen selbstständigen Tätigkeit im Bereich nachhaltige Finanzberatung und Immobilienvermittlung. Ich bin also quasi frischer Einzelunternehmer und stehe vor der Frage, welches Geschäftskonto für meine Situation passt.

Meine Prioritäten sind etwas ungewöhnlich, glaube ich: Mir ist es wichtig, dass die Bank selbst nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien wirtschaftet – also keine Kohle- oder Rüstungsfinanzierung etc. Gleichzeitig soll das Konto natürlich funktional sein, sprich vernünftiger SEPA-Zahlungsverkehr, idealerweise Schnittstellen zur Buchhaltungssoftware und übersichtliche Gebühren.

Ich habe schon von der GLS Bank und Triodos gehört, aber auch von neueren Anbietern wie Tomorrow Business. Nur: Taugen die auch für den täglichen Geschäftsbetrieb oder ist das eher was für Idealisten ohne viele Transaktionen? Gerade wenn irgendwann Immobilientransaktionen über das Konto laufen, brauche ich ja auch einen gewissen Kreditrahmen oder zumindest stabile Limits.

Hat hier jemand Erfahrungen mit ethischen oder nachhaltigen Banken im Geschäftskundenbereich? Ich bin für jeden Hinweis dankbar – auch wenn jemand sagt, dass das reine Wunschdenken ist und ich lieber eine Direktbank nehmen soll. Bin da offen.

Viele Grüße
Klaus H.


7 Antworten
Wolfgang Krüger
Beiträge: 11
(@wolfgang-k)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich kenne das Thema nachhaltige Banken aus einer anderen Richtung – ich bin Pensionär und hab nach 40 Jahren Berufsleben einige Banken kommen und gehen sehen. Die GLS gibt es seit den 70ern, die Triodos seit den 80ern. Beide haben wirtschaftlich schwierige Zeiten überlebt und sind keine Eintagsfliegen. Das sagt schon was über die Stabilität aus.

Was mich bei Tomorrow etwas vorsichtig macht: Das ist ein sehr junges Unternehmen. Im Sommer hört man jedes Jahr wieder von FinTechs die Probleme kriegen oder die Konditionen anpassen. Für ein Geschäftskonto würde ich persönlich eher zu einem Anbieter mit langjähriger Geschichte greifen – auch wenn die App nicht so hübsch ist. Gerade wenn irgendwann höhere Beträge über das Konto laufen, ist Verlässlichkeit wichtiger als Design.

Nur meine persönliche Einschätzung aus Erfahrung, keine Empfehlung.


Antwort
Markus H.
Beiträge: 23
(@kontochecker89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich bin viel unterwegs und hab mein Geschäftskonto vor allem nach Kreditkartenkonditionen und Auslandszahlungen ausgewählt – bei nachhaltigen Banken schaut das leider oft mau aus. Tomorrow z.B. hat keine vollwertige Geschäftskreditkarte mit vernünftigen Travel-Features, soweit ich weiß.

Für rein inländische Transaktionen und wenn Auslandsreisen keine Rolle spielen, könnte GLS oder Triodos aber funktionieren. Triodos hat tatsächlich ein solides Geschäftskonto-Angebot, und die nehmen den Nachhaltigkeitsanspruch wirklich ernst – nicht nur als Marketing. Konditionen musst du aber genau prüfen, die monatliche Grundgebühr ist nicht ohne.

Bei Immobilientransaktionen mit höheren Beträgen würde ich außerdem schauen, ob die Bank problemlos größere eingehende Zahlungen abwickelt. Manche kleineren ethischen Institute haben da interne Limits oder verlangen bei ungewöhnlichen Buchungsmustern Rückfragen. Klingt kleinlich, kann aber nerven wenn's mal schnell gehen muss.


Antwort
Marco Techmann
Beiträge: 23
(@marco-tech)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich teste regelmäßig neue FinTech-Lösungen und hab Tomorrow Business kurz ausprobiert. Fazit: App ist clean, Kategorisierung von Ausgaben funktioniert gut, DATEV-Export ist vorhanden. Für einen Soloselbstständigen mit überschaubarem Transaktionsvolumen reicht das.

Aber Achtung – ich hab damals auch Wise Business als Hauptkonto getestet und musste feststellen: Sobald du echte Bankfunktionen brauchst (Kreditlinie, SWIFT-Incoming aus Nicht-SEPA-Ländern, Daueraufträge mit komplexen Verwendungszwecken), stoßen solche Anbieter schnell an Grenzen.

Bei Tomorrow gilt ähnliches – für nachhaltige Ueberzeugung prima, für Immobiliengeschäfte mit gelegentlich höheren Beträgen würde ich parallel ein zweites Konto bei einer klassischeren Bank halten. Zwei-Konto-Strategie ist in deinem Fall vielleicht sinnvoller als der Kompromiss bei einer einzigen Lösung.


Antwort
Stefan Müller
Beiträge: 4
(@stefan-mueller74)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich bin Projektmanager, kein Kontoexperte, aber ich hab den Thread bei Einzelunternehmer und Geschäftskonto verfolgt und daher kurz meine pragmatische Sicht:

Wenn du gerade neu startest, würde ich nicht sofort die "perfekte" Lösung suchen. Eröffne erstmal was Funktionales – auch eine Direktbank reicht für den Start – und schau nach 6 Monaten ob du wirklich nachhaltige Bankpolitik beim Konto brauchst oder ob dir das bei den Investments wichtiger ist. Du hast ja selbst geschrieben dass du nachhaltige Investments im Blick hast – da kannst du deutlich mehr Wirkung erzielen als durch die Wahl der Hausbank.

Zeit für lange Bankenrecherche ist knapp wenn man grade neu durchstartet. Erstmal läuft, dann optimieren.


Antwort
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