Ich kenn das aus einer ganz anderen Perspektive – als Rentner, der selbst öfter Handwerker braucht! 😄
Ich hab schon ein paarmal über solche Plattformen jemanden gesucht und muss sagen: Die Qualitätsunterschiede sind enorm. Was ich als Auftraggeber beobachtet habe ist, dass Handwerker ohne offiziellen Gewerbeschein bei den Plattformen zum Teil schlecht bewertet werden, weil Kunden unsicher sind, ob das alles rechtens ist. Das könnte für dich relevant sein.
Bei Helpling ist es glaube ich hauptsächlich auf Reinigungsdienstleistungen ausgerichtet, das wäre für Renovierungsarbeiten also eher nix. MyHammer und ähnliches scheinen eher zu passen, aber wie Marcus geschrieben hat, die Kosten für Leads klingen nicht ohne.
Für mich persönlich – ich hab nach meiner Baufinanzierung das Thema Sachwerte und handwerkliche Eigenleistung neu schätzen gelernt. Kann mir vorstellen dass du über lokale Kleinanzeigen oder Nachbarschaftsportale wie nebenan.de einfacher und günstiger an Aufträge kommst als über große Plattformen. Zumindest in meiner Gegend ist das sehr aktiv.
Ich schreib hier mal ne etwas andere Perspektive rein, weil ich das Thema kritischer sehe als die anderen.
Plattformen wie MyHammer haben ein strukturelles Problem: Die Macht liegt beim Plattformbetreiber, nicht beim Dienstleister. Du bist Preisnehmer, nicht Preismacher. Die Bewertungslogik kann willkürlich wirken, und du baust nichts auf, was dir wirklich gehört – kein eigenes Kundennetzwerk, keine Marke.
Dazu kommt: Ohne Meisterbrief bei relevanten Gewerken bist du rechtlich eingeschränkt. Was genau du machen darfst, ist oft unklar und variiert je nach Bundesland bzw. Handwerksordnung. Das kann im Schadensfall teuer werden – Haftung, keine Betriebshaftpflicht, nix.
Ich würde dir empfehlen, das gleiche kritische Denken zu nutzen, das du bei Investment-Apps anwendest: Welche Kosten sind wirklich transparent, wer verdient eigentlich an wem, und was passiert wenn die Plattform die Konditionen ändert? Wenn du auf nebenan.de oder direkte Weiterempfehlung setzt, umgehst du zumindest das Provisionsthema.
Als IT-Consultant kenn ich das Prinzip Plattformabhängigkeit gut – und ich bin da grundsätzlich skeptisch, egal ob Tech oder Handwerk. Die Plattformen bestimmen die Regeln, ändern Provisionsmodelle und du bist erstmal abhängig.
Was ich konkret sagen kann: Ich hab vor ein paar Jahren kurz mit MyHammer geschaut, wollte Kleinreparaturen im Haus über einen Bekannten abwickeln lassen. Die Kontaktkosten haben ihn damals schon frustriert – du bezahlst für jeden Lead, egal ob Auftrag kommt oder nicht. Das Modell ist für Plattform-Anbieter super, für den Dienstleister suboptimal wenn die Konversionsrate niedrig ist.
Für die steuerliche Seite: Ab einem gewissen Betrag kommst du an der Gewerbeanmeldung nicht vorbei, auch wenn du es klein hältst. Kleinunternehmerregelung bis 22.000 EUR Jahresumsatz ist da erstmal die simpleste Option. Ich würde das aber unbedingt kurz mit einem Steuerberater klären, grade wenn du parallel Angestellter bist – Stichwort Nebentätigkeitsklausel im Arbeitsvertrag prüfen nicht vergessen.
Vgl. auch meine Überlegungen zu Parallelstrukturen im ETF-Depot vs. Betriebsrente Thread – manchmal ist die einfachste Struktur die beste.