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[Gelöst] Dividenden-Portfolio von Null aufbauen – wo anfangen?

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Klaus H.
Beiträge: 7
Themenstarter
(@klaushartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#37]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Wochen mit dem Thema passives Einkommen durch Dividendenaktien und bin ehrlich gesagt etwas erschlagen von der Informationsflut im Internet. Jeder empfiehlt was anderes, und ich weiß gerade nicht so recht, wo ich anfangen soll.

Mein Gedanke ist folgender: Ich würde gerne ein Portfolio aufbauen, das mir langfristig regelmäßige Ausschüttungen bringt – nicht um sofort davon zu leben, aber als sinnvolle Ergänzung zum normalen Einkommen. Startkapital hätte ich so um die 5.000 bis 8.000 Euro, dazu könnte ich monatlich vielleicht 200-300 Euro nachkaufen.

Ein paar Fragen die mich beschäftigen:
- Einzelaktien oder doch lieber Dividenden-ETFs? Ich hab gelesen, dass ETFs diversifizierter sind, aber bei Einzelaktien soll die Dividendenrendite oft höher sein.
- Auf was achtet man bei der Aktienauswahl konkret? Dividendenrendite, Ausschüttungsquote, Kontinuität der Dividende?
- Macht es Sinn, jetzt im Sommer einzusteigen, oder gibt es so etwas wie bessere Kaufzeitpunkte?
- Wie ist das steuerlich geregelt – ich meine die Abgeltungssteuer und den Freistellungsauftrag?

Ich bin kein kompletter Anfänger, hab schon einen Welt-ETF-Sparplan laufen, aber Dividendenaktien sind für mich Neuland. Freue mich über ehrliche Einschätzungen, auch wenn jemand sagt "lass es lieber". Danke!


5 Antworten
Stefan Mueller
Beiträge: 8
(@stefan-mueller7)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Markus hat einen validen Punkt mit dem Ex-Dividenden-Tag – das wird tatsächlich oft missverstanden. Trotzdem sehe ich Dividendenstrategien nicht als rein psychologisches Konstrukt. Der Vorteil liegt im Zwang zur Disziplin: Unternehmen die dauerhaft und wachsend ausschütten, müssen wirtschaftlich solide geführt sein. Das ist ein indirekter Qualitätsfilter.

Was ich noch ergänzen würde: Schau dir auch die geografische Verteilung an. Viele Privatanleger packen zu viel in US-Aktien und übersehen, dass europäische und asiatische Dividendentitel andere Zyklen haben und teils höhere Ausschüttungsrenditen bieten. Diversifikation gilt auch für Dividendenportfolios.

Und ein Hinweis zur Quellensteuer bei ausländischen Aktien – die wird oft nicht vollständig angerechnet, je nach Land. Das kann die tatsächliche Nettorendite spürbar verringern. Wer z.B. US-Aktien hält, sollte das W-8BEN Formular kennen.


Antwort
Thomas Krüger
Beiträge: 6
(@thomask17)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, ich hab mich damit auch schon auseinandergesetzt. Grundsätzlich würde ich dir für den Einstieg eher Dividenden-ETFs empfehlen, z.B. sowas wie den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield oder den SPDR Global Dividend Aristocrats. Du hast damit sofort breite Streuung und musst nicht selbst jede Aktie analysieren.

Einzelaktien können langfristig Sinn ergeben, wenn du die Unternehmen wirklich kennst und die Bilanzen lesen kannst – aber das ist ehrlich gesagt viel Aufwand und für viele Leute eher was für später.

Zum Timing: Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt's nicht. "Sell in May and go away" ist so ein Börsensprichwort, aber in der Praxis bringt Market Timing statistisch wenig. Lieber jetzt anfangen als ewig warten.

Steuerlich: Freistellungsauftrag auf 1.000 Euro stellen (für Einzelpersonen), dann zahlst du auf die ersten 1.000 Euro Kapitalerträge keine Abgeltungssteuer. Wenn du das noch nicht bei deiner Depotbank eingerichtet hast, unbedingt nachholen – ich hatte das damals beim Thema Fondsgebundene RV auch erstmal übersehen.


Antwort
Werner Kleinmann
Beiträge: 16
(@sparfuchs68)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich bin schon etwas länger dabei und hab in meiner Zeit einiges ausprobiert. Was ich gelernt hab: Geduld ist bei Dividendenaktien wirklich das A und O. Die ersten Jahre sieht es nach wenig aus – mit 5.000 Euro und sagen wir 3,5% Rendite sind das 175 Euro im Jahr. Klingt nicht nach viel. Aber mit konsequentem Nachkaufen und Wiederanlage der Ausschüttungen geht das irgendwann exponentiell aufwärts.

Ich hab früher mal in einem anderen Thread hier geschrieben, dass man Geduld und Struktur braucht – das gilt hier genauso.

Dein Timing jetzt im Sommer ist übrigens gar nicht schlecht, einige Hauptversammlungen und Ausschüttungen liegen im Frühjahr, da sind manche Kurse leicht zurückgekommen. Aber wie gesagt – Timing zu groß denken bringt meistens nix. Einfach anfangen und dranbleiben.


Antwort
Stefan Kramer
Beiträge: 9
(@stefan89)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als ThomasK17. Dividenden-ETFs sind solide, klar – aber wenn du wirklich passives Einkommen willst und bereit bist, ein bisschen mehr Zeit zu investieren, können ausgewählte Einzelaktien sinnvoll sein. Klassiker wie Realty Income, Johnson & Johnson oder hiesige Werte wie Allianz oder BASF schütten seit Jahrzehnten zuverlässig aus.

Worauf ich bei Einzelaktien achte: Erstens die Dividendenkontinuität – hat das Unternehmen auch in schlechten Jahren gezahlt? Zweitens die Ausschüttungsquote (Payout Ratio), die sollte nicht über 70-75% liegen, sonst wird die Dividende schnell gefährdet. Und drittens free cashflow – eine hohe Rendite auf dem Papier ist wertlos, wenn der Laden kein echtes Geld verdient.

Mit 5.000-8.000 Euro Startkapital würde ich trotzdem nicht zu stark streuen. Lieber 6-8 Positionen sauber aufbauen als 20 Kleinstpositionen. Und die 200-300 Euro monatlich dann für Nachkäufe oder neue Positionen nutzen.


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