Hallo zusammen,
ich bespare seit 15 Jahren kontinuierlich ETFs (hauptsächlich MSCI World und EM) und bin jetzt bei etwa 180.000€ angekommen. Bisher war ich mit der passiven Strategie sehr zufrieden, aber langsam frage ich mich, ob ich nicht zu konservativ bin.
Mein Kollege meinte neulich beim Grillen, dass ich mit dem Vermögen langsam mal über Einzelaktien nachdenken sollte - "mehr Rendite, mehr Kontrolle" war sein Argument. Gleichzeitig lese ich überall, dass Stockpicking meist schlechter performed als ETFs.
Jetzt im Sommer hab ich etwas mehr Zeit zum Nachdenken und würde gerne eure Meinung hören: Gibt es so etwas wie eine "magische Grenze" ab der es Sinn macht, einen Teil in Einzelaktien zu investieren? Oder sollte ich einfach bei meiner bewährten Strategie bleiben?
Falls relevant: Bin 38, verdiene gut, habe noch 25 Jahre bis zur Rente und einen ausreichenden Notgroschen.
Wie seht ihr das? Wann habt ihr angefangen zu "stockpicken"?
Interessante Frage! Ich seh das etwas anders als MarkusF_85. Meiner Meinung nach geht es weniger um die absolute Summe, sondern um dein Wissen und deine Zeit.
Mit 180k kannst du problemlos 10-20 Einzelaktien diversifiziert aufbauen, wenn du bereit bist, dich reinzufuchsen. Wichtig ist aber: Mach es nur zusätzlich zu den ETFs, nicht als Ersatz!
Bei der aktuellen Marktlage würde ich sogar sagen: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt um anzufangen. Viele Quality-Aktien sind nach dem letzten Rücksetzer fair bewertet. Fang mit 10-15% an und schau wie es läuft.
Hi S.Hoffmann,
aus meiner Erfahrung würde ich sagen: Es kommt nicht auf die absolute Höhe des Vermögens an, sondern darauf ob du Zeit und Lust hast, dich intensiv mit Unternehmen zu beschäftigen. Ich hab schon bei 30k mit ersten Einzelpositionen angefangen, aber nur mit 10% vom Portfolio.
Bei deinen 180k könntest du ja mal mit 5-10% experimentieren - das sind immerhin 9-18k, durchaus eine Summe mit der man was anfangen kann. Ich hatte neulich eine ähnliche Diskussion zu Sektorwetten vs. Einzelaktien.
Mein Tipp: Fang klein an, schau ob es dir Spaß macht und ob du erfolgreich bist. Die ETF-Basis sollte aber das Fundament bleiben.