Hallo zusammen,
ich bin seit 2021 pensioniert und führe wie viele von euch mein Haushaltsbuch sehr gewissenhaft. Jetzt bin ich allerdings in eine etwas andere Situation geraten: Ein früherer Arbeitskollege und ich wollen ein kleines Beratungsprojekt zusammen starten – nichts Großes, aber mit echten Einnahmen ab Herbst.
Meine Frage: Brauche ich dafür wirklich ein separates Geschäftskonto? Ich habe bisher alles ordentlich in meinem privaten Girokonto dokumentiert, und das funktioniert bei meiner Altersvorsorge und dem monatlichen Budget ganz hervorragend. Ein zusätzliches Konto bedeutet aber auch wieder zwei Haushaltsbücher parallel, und das möchte ich nicht unnötig verkomplizieren.
Auch interessiert mich: Falls ich ein Geschäftskonto eröffne – müsste ich dann eine Buchhaltungssoftware nehmen? Oder kann ich das auch weiterhin manuell wie bisher strukturieren? Welche Tools würden mit einem möglichen neuen Konto überhaupt harmonieren, ohne dass ich mein bisheriges System komplett umstellen muss?
Freue mich über Erfahrungen, besonders von anderen Pensionären, die ähnliches machen.
Beste Grüße,
Kurt
Hallo Kurt,
kurze Antwort: Ja, für regelmäßige Einnahmen brauchst du ein Geschäftskonto – das ist steuerlich sauberer und wenn euer Projekt größer wird, will das Finanzamt das getrennt sehen.
Zum System: Du musst nicht sofort eine Software einführen. Was ich mache – und das hilft mir bei meinen Bauprojekten – ist eine klare Trennung: Geschäftskonto für operative Flüsse, privates Girokonto unverändert. Dann exportierst du monatlich vom Geschäftskonto die Übersicht und buchst am Ende ins Haushaltsbuch ein. Das ist eher sauberer als zwei parallele Systeme.
Für die Tools: Viele Online-Banken haben mittlerweile CSV-Export, das funktioniert auch mit einfachen Spreadsheets. Willst du etwas einfacher, reichen DATEV oder Lexoffice – beide kosten nicht die Welt und ersparen dir manuelle Fehler.
LG Marco
Kurt, ich verstehe deine Sorge um die Komplexität. Meine Erfahrung: Zwei Konten sind vom Controlling her eigentlich sauberer. Was dir hilft – und das mache ich genauso bei meinen ETF-Strategien und Immobilieninvestitionen – ist eine klare Hierarchie: Das Geschäftskonto ist ausschließlich für das Projekt da, danach monatlich ein fester Rhythmus, wie Gewinne ins Privatkonto fließen.
Buchhaltungssoftware? Für ein kleines Nebenprojekt oft übertrieben. CSV-Export von der Bank, in ein einfaches Sheet, fertig. Die professionellen Tools wie Kontist oder Billomat lohnen sich erst ab echtem Umsatz. Deine bisherige Disziplin beim Haushaltsbuch ist dein größtes Kapital – nutze die, um auch hier penibel zu bleiben.
Grüße,
Marcus
Kurt, als Pensionär versteh ich deine Bedenken vollkommen – ich mag auch nicht unnötig kompliziert. Aber der juristische Punkt: Ein Geschäftskonto kostet bei den meisten Online-Banken 5–10 Euro monatlich und spart dir später bei der Betriebsprüfung echte Ärger. Das habe ich bei meinen Immobilienkrediten und Umschuldungen oft genug gesehen.
Die gute Nachricht: Du brauchst KEINE Buchhaltungssoftware, wenn die Transaktionen überschaubar bleiben. Dein Haushaltsbuch bleibt wie es ist, das Geschäftskonto dokumentierst du einfach parallel – monatliche Kontoblätter abspeichern, fertig. Das ist vollkommen ausreichend für eine Betriebsprüfung. Ich würde höchstens zu einer CloudLösung greifen, damit alles ordentlich archiviert ist.
Mach dir nicht zu viel Gedanken – das wird einfacher als du denkst.