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[Gelöst] Pay-yourself-first: Wie setzt ihr das wirklich konsequent um?

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Tobias Merk
Beiträge: 2
Themenstarter
(@schuldenfrei24)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#37]

Hallo zusammen,

ich versuche gerade meine Finanzen komplett neu aufzustellen. Bin vor knapp zwei Jahren schuldenfrei geworden (daher auch der Name) und will jetzt endlich anfangen, wirklich Vermögen aufzubauen statt nur das Geld am Monatsende zu zählen was noch übrig ist.

Ich habe viel über das sogenannte Spare-First-Prinzip gelesen, also dass man direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf ein separates Konto überweist bevor man überhaupt irgendwas anderes ausgibt. Klingt logisch, aber ich frage mich wie das in der Praxis wirklich funktioniert.

Mein Problem: Im Sommer kommen bei mir immer Extra-Ausgaben dazu. Klimaanlage läuft auf Hochtouren (die Stromrechnung vom letzten Juli war ein echter Schock), dazu möchte ich noch eine kleine Urlaubsreise einplanen. Das macht es schwierig, einen fixen Sparbetrag festzulegen, wenn die Ausgaben so schwanken.

Konkrete Fragen:
- Wie hoch sollte der automatische Sparbetrag sein? Prozent vom Netto oder fixer Eurobetrag?
- Wohin überweist ihr das Geld – Tagesgeld, ETF-Sparplan, was ganz anderes?
- Was macht ihr wenn der Monat mal teurer wird als geplant? Sparrate kürzen oder Kredit aufs Girokonto?

Freue mich über ehrliche Erfahrungen, nicht nur Theorie. Danke!


5 Antworten
Thomas Kellner
Beiträge: 6
(@thomask94)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, hab mich das auch lange gefragt. Ich machs seit ca. 2 Jahren so: Dauerauftrag am 1. des Monats, direkt nach Gehaltseingang. Bei mir gehen 15% vom Netto automatisch auf ein separates Tagesgeld-Konto. Keine Ausnahmen.

Das Entscheidende ist genau das: keine Ausnahmen. Wenn der Sommer teurer wird wegen Strom oder Urlaub, dann muss das aus dem normalen Budget kommen, nicht durch Kürzen der Sparrate. Sonst hebelt man sich das System selbst aus.

Zum Ziel des Geldes: Ich hab damals im Tagesgeld vs. Geldmarkt-ETF Thread schon was dazu geschrieben. Kurz: Erst den Notgroschen auffüllen (Tagesgeld), dann wenn der steht ETF-Sparplan dazu. Nicht beides auf einmal anfangen, das macht die Sache komplizierter als sie sein muss.

Die Sommermonate plane ich übrigens mit einem kleinen Puffer im Girokonto ein, den ich explizit für saisonale Mehrkosten reserviere. Das ist kein Sparpolster, das ist einfach Budgetreserve.


Antwort
Klaus Hoffmann
Beiträge: 13
(@klaushoffmann52)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich mache das seit vielen Jahren so und kann nur bestätigen: Es funktioniert, aber man muss es von Anfang an richtig aufsetzen.

Was ich wichtig finde und was hier vielleicht noch nicht klar genug steht: Der Sparbetrag sollte realistisch sein. Lieber 50 Euro im Monat konsequent als 200 Euro und dann dreimal im Jahr aussetzen. Die Psychologie dahinter ist entscheidend.

Zum Thema Sommer-Mehrkosten: Das ist eigentlich ein Planungsproblem, kein Sparproblem. Wer weiß, dass im Juli die Klimaanlage läuft und im August Urlaub geplant ist, kann das im Jahresbudget vorwegnehmen. Ich rechne meine Jahresausgaben grob durch und teile dann durch 12 – das gibt einen realistischeren Monatswert als einfach den Januarmonat als Referenz zu nehmen.

Was die Anlage betrifft: Sparrate auf Tagesgeld ist solide für den Anfang. Ich bin da eher konservativ aufgestellt, das passt aber auch zu meiner Lebensphase. Jüngere können ruhig mehr in Richtung ETF denken.


Antwort
Gerhard K.
Beiträge: 9
(@gerhard_k79)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Funktioniert. Mach ich seit Jahren so. Dauerauftrag, fertig.

Wer die Sparrate bei jedem teuren Monat aussetzt, spart am Ende des Jahres nichts.


Antwort
Marco Kellner
Beiträge: 11
(@marco_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Also ich nutz das Prinzip auch, aber ich hab's für mich ein bisschen angepasst. Fixer Betrag klingt erstmal gut, aber gerade wenn man wie du saisonale Schwankungen hat finde ich einen Prozentsatz vom tatsächlichen Eingang sinnvoller – falls das Einkommen variiert. Bei fixem Gehalt ist es egal.

Was ich bei mir gemacht hab: Zwei Daueraufträge. Einer geht direkt auf Tagesgeld (Notgroschen-Konto), einer auf den ETF-Sparplan. Getrennte Töpfe, getrennte Ziele. Das Gehalt landet auf dem Girokonto, beide Aufträge gehen am nächsten Tag raus. Was danach noch da ist, das ist mein Budget für den Monat.

Den Klimaanlagen-Schock kenn ich übrigens auch – letzten Sommer war's bei mir auch happig. Ich hab dafür jetzt extra einen kleinen Sommer-Puffer auf dem Girokonto gelassen anstatt die Sparrate runterzusetzen. Klingt simpel aber das war der Denkfehler den ich davor hatte: ich hab die Sparrate als Stellschraube gesehen statt als fixen Anker. Seitdem klappt's deutlich besser.


Antwort
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