Hallo zusammen,
ich bin nach längerer Pause wieder mehr im Finanzbereich unterwegs und versuche gerade, meine Finanzen für den Herbst etwas sauberer aufzusetzen. Mir geht’s dabei nicht nur ums Sparen an sich, sondern auch darum, wieder mehr Spielraum zu bekommen, weil ich überlege, in eine berufliche Weiterbildung zu investieren. Dafür suche ich gerade auch nach günstigen Finanzierungsmodellen, aber vorher will ich endlich mein laufendes Budget vernünftig sortieren.
Immer wieder liest man ja von der 50-30-20-Regel. Also 50 % Fixkosten und Alltag, 30 % Wünsche und 20 % sparen bzw. Schuldenabbau. Klingt auf dem Papier irgendwie logisch. In der Praxis frage ich mich aber, ob das bei normalen Einkommen und steigenden Kosten wirklich realistisch ist. Bei mir schwanken manche Ausgaben ja auch von Monat zu Monat, gerade jetzt im September mit Herbstsachen, Strom, vielleicht schon ersten Winterposten usw.
Deshalb meine Frage: Nutzt ihr diese Regel wirklich so oder passt ihr sie eher an? Und wie geht ihr mit Dingen um, die nicht sauber in eine Kategorie passen, z. B. Weiterbildung, Rücklagen oder unregelmäßige Ausgaben? Ich will nicht wieder mit einem zu starren System starten und dann nach zwei Monaten frustriert aufgeben.
Bei meinem ersten festen Gehalt hab ich die Regel erst gefeiert und dann gemerkt, dass 20 % sparen am Anfang ganz schön ambitioniert sein können. Wenn Miete, Mobilität und ein bisschen Leben schon viel fressen, fühlt sich das schnell unrealistisch an. Ich würde eher mit kleineren Quoten starten und die Weiterbildung separat als Zielbudget behandeln. Sonst wirkt die Regel schnell wie ein schlechtes Gewissen in Tabellenform.
Ich hab die 50-30-20-Regel eine Zeit lang ziemlich strikt probiert und bin dann schnell drüber gestolpert, weil „Wünsche“ und „Rücklagen“ im Alltag eben nicht immer sauber trennbar sind. Gerade wenn man zusätzlich an Weiterbildung denkt, passt das für mich eher als grobe Orientierung als als feste Vorgabe. Ich mache es inzwischen digital recht simpel: erst Fixkosten, dann Sparquote als Mindestziel, der Rest verteilt sich je nach Monat. Für mich ist das realistischer als ein starres Schema.
Die 50-30-20-Regel ist okay als Einstieg, mehr aber auch nicht. Entscheidend ist, dass du sie an deine reale Situation anpasst und nicht an eine Lehrbuchwelt.
Bei Weiterbildung würde ich nicht unter „Sparen“ einsortieren, sondern als eigene Investition. Dann siehst du klarer, was im Monat wirklich übrig bleibt.