Seite wählen

Vivid Money im Praxistest: Lohnt sich das kostenlose Geschäftskonto wirklich?

Es ist Monatsende, der Kontoauszug liegt auf dem Tisch, und wieder sind da diese Posten, die für schlechte Laune sorgen: 4,90 Euro Kontoführungsgebühr, 1,75 Prozent Auslandseinsatzentgelt für die Kartenzahlung im Urlaub, zwei Euro für die Bargeldabhebung am fremden Automaten. Lisa, 32 Jahre alt und durchaus finanzaffin, rechnet nach und kommt auf knapp 120 Euro im Jahr – für Leistungen, die andere Anbieter angeblich kostenlos bieten. Eine Kollegin hat ihr von Vivid Money erzählt, einer App-Bank mit Cashback und ohne Kontoführungsgebühren. Klingt zu gut, denkt Lisa, irgendwo muss doch ein Haken sein. Diese Skepsis ist berechtigt und verdient eine ehrliche Antwort.

Was steckt hinter Vivid Money?

Vivid Money ist ein deutsches Fintech-Unternehmen, das 2020 in Berlin gegründet wurde und seitdem rasant gewachsen ist. Das Unternehmen selbst besitzt keine eigene Banklizenz, sondern arbeitet mit der Solarisbank zusammen, einem etablierten deutschen Bankinstitut mit vollwertiger BaFin-Regulierung. Das bedeutet für Kunden: Ihre Einlagen sind durch die deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt, genau wie bei jeder traditionellen Bank auch. Vivid positioniert sich als reine Smartphone-Bank ohne Filialen und ohne physische Bankberater. Alles läuft über die App, von der Kontoeröffnung über Überweisungen bis zur Kartenverwaltung. Im Vergleich zu anderen Neobanken wie N26 oder Revolut setzt Vivid besonders stark auf das Thema Cashback und flexible Unterkonten, während die Konkurrenz teilweise andere Schwerpunkte wie Krypto-Handel oder internationale Überweisungen betont.


Die Kontomodelle von Vivid Money im Überblick

Vivid bietet zwei grundlegende Kontomodelle an. Das Standardkonto ist dauerhaft kostenlos und beinhaltet eine Visa-Debitkarte sowie Zugang zu allen grundlegenden Banking-Funktionen. Für Nutzer mit höheren Ansprüchen gibt es Vivid Prime, das derzeit 9,90 Euro monatlich kostet. Der wesentliche Unterschied liegt in den Cashback-Konditionen und Zusatzleistungen. Während das Standardkonto Cashback von bis zu 0,5 Prozent bei ausgewählten Partnern bietet, erhalten Prime-Kunden deutlich höhere Rückerstattungen von bis zu 10 Prozent bei wechselnden Partnern sowie ein generelles Cashback auf alle Kartenzahlungen. Prime-Nutzer bekommen außerdem eine Metallkarte, die durchaus wertig wirkt, sowie höhere Limits bei kostenlosen Bargeldabhebungen. Wer regelmäßig bei den Cashback-Partnern einkauft und monatlich mehrere hundert Euro per Karte ausgibt, kann die Kosten des Prime-Modells durchaus wieder hereinholen. Für Gelegenheitsnutzer reicht das kostenlose Standardkonto jedoch völlig aus.


So funktioniert das Cashback-System von Vivid Money

Das Cashback-Programm ist für viele Interessenten das Hauptargument für Vivid. Das Prinzip ist simpel: Bei bestimmten Partnern – darunter bekannte Marken wie Rewe, Lidl, Shell oder verschiedene Online-Shops – erhält man einen prozentualen Anteil des Einkaufsbetrags zurück. Die Gutschrift erfolgt automatisch nach der Kartenzahlung und wird dem Vivid-Konto gutgeschrieben. Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen zu beachten. Die monatlichen Cashback-Obergrenzen sind gedeckelt, beim Standardkonto liegt das Maximum bei 20 Euro monatlich, bei Prime bei 100 Euro. Zudem wechseln die Cashback-Partner regelmäßig, sodass der Lieblingssupermarkt heute dabei sein kann und nächsten Monat nicht mehr. Im Vergleich zu Cashback-Programmen von Kreditkartenanbietern wie der Amex Payback-Karte bietet Vivid teils höhere Prozentsätze, ist aber weniger planbar.

Vivid Money im täglichen Gebrauch

Die App selbst ist übersichtlich gestaltet und ermöglicht alle wichtigen Banking-Funktionen. Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften funktionieren wie bei jeder anderen Bank. Besonders praktisch ist das sogenannte Pocket-System, mit dem Nutzer ihr Geld in bis zu 15 virtuelle Unterkonten aufteilen können – etwa für Urlaub, Notgroschen oder laufende Ausgaben. Bargeldabhebungen sind im Inland begrenzt kostenlos möglich, im Ausland fallen je nach Kontomodell ab bestimmten Beträgen Gebühren an. Bei Kartenzahlungen in Fremdwährungen verwendet Vivid den Visa-Wechselkurs ohne zusätzlichen Aufschlag, was im Vergleich zu vielen traditionellen Banken ein echter Vorteil ist. Wer möchte, kann über die App auch in Aktien und Kryptowährungen investieren, wobei hier separate Gebühren anfallen.


Wo Vivid Money an seine Grenzen stößt

Bei aller Begeisterung für das moderne Konzept gibt es durchaus Schattenseiten. Einen telefonischen Kundenservice bietet Vivid nicht an, Support läuft ausschließlich über Chat und E-Mail. Nutzer berichten gelegentlich von längeren Wartezeiten bei komplexeren Anliegen. Die Kontoeröffnung scheitert bei manchen Interessenten an der Video-Identifizierung, was frustrierend sein kann. Zudem hat Vivid in der Vergangenheit Konditionen mehrfach angepasst, etwa Cashback-Raten gesenkt oder Limits verändert. Wer absolute Planungssicherheit sucht, könnte damit Probleme haben. Als alleiniges Hauptkonto eignet sich Vivid nur bedingt, da Funktionen wie ein Dispositionskredit fehlen und die reine App-Abhängigkeit manche Nutzer nervös macht.


Für wen sich Vivid Money tatsächlich lohnt

Vivid Money ist eine solide Option für digital affine Menschen, die ein kostenloses Zweitkonto mit attraktiven Zusatzfunktionen suchen. Wer regelmäßig bei den Cashback-Partnern einkauft, profitiert spürbar. Als ergänzendes Konto neben einem klassischen Girokonto bietet Vivid echten Mehrwert ohne Risiko. Wer hingegen Wert auf persönliche Beratung, telefonischen Support oder einen klassischen Dispositionskredit legt, sollte besser bei einer traditionellen Bank bleiben. Lisa aus unserem Beispiel könnte mit Vivid tatsächlich ihre Gebührenbelastung senken – vorausgesetzt, sie nutzt es als clevere Ergänzung und nicht als vollständigen Ersatz.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Vivid Money?

Vivid Money ist ein deutsches Fintech-Unternehmen, das ein kostenloses Smartphone-Konto mit Cashback und anderen Funktionen anbietet.

Wie funktioniert das Cashback-System von Vivid?

Bei bestimmten Partnern erhält man einen prozentualen Anteil des Einkaufsbetrags zurück, der automatisch dem Vivid-Konto gutgeschrieben wird.

Welche Kontomodelle bietet Vivid Money an?

Vivid Money bietet ein kostenloses Standardkonto und das kostenpflichtige Prime-Konto mit erweiterten Cashback-Konditionen und Zusatzleistungen.

Ist Vivid Money sicher?

Ja, Vivid Money arbeitet mit der Solarisbank zusammen, die durch die deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt ist.

Für wen eignet sich Vivid Money?

Vivid Money eignet sich für digital affine Personen, die ein kostenloses Zweitkonto mit attraktiven Zusatzfunktionen suchen.

* Partnerprogrammhinweis: Wir erhalten ggf. eine Werbekostenverguetung, diese hilft uns das Forum zu betreiben. Fuer dich entstehen keine Mehrkosten.