Seite wählen

Geschäftskonto als ...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Geschäftskonto als Einzelunternehmer: wirklich Pflicht?

6 Beiträge
6 Benutzer
1 Reactions
11 Ansichten
Sabine Krüger
Beiträge: 3
Themenstarter
(@sabine89)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#103]

Hallo zusammen,

ichbin seit Anfang des Jahres selbstständig – ich mache Social Media Betreuung für kleine lokale Betriebe, also klassisches Einzelunternehmen, Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG. Jetzt kommt langsam mehr rein und ich merke, dass meine Kontobewegungen auf dem normalen Girokonto so langsam unübersichtlich werden.

Mein Steuerberater hat mir irgendwann beiläufig gesagt, ich sollte 'eigentlich' ein Geschäftskonto haben – aber auf Nachfrage meinte er dann, gesetzlich vorgeschrieben sei das für Einzelunternehmer nicht wirklich. Das hat mich etwas verwirrt.

Also meine Frage: Gibt es eine echte Pflicht für ein separates Geschäftskonto, oder ist das einfach eine Empfehlung? Und wenn ja, ab wann macht es wirklich Sinn – also ab welchem Umsatz oder welcher Anzahl an Transaktionen? Im Moment laufen vielleicht 15-20 geschäftliche Überweisungen im Monat rüber, Tendenz steigend.

Ich frage auch deswegen jetzt, weil ich den Sommer nutzen möchte um meine ganzen Verwaltungssachen mal ordentlich aufzuräumen bevor es im Herbst hoffentlich richtig losgeht. Also quasi Frühjahrsputz auf Sommerebene 😅

Wäre super wenn jemand aus eigener Erfahrung berichten könnte, nicht nur die juristische Theorie. Danke schon mal!


5 Antworten
Markus H.
Beiträge: 1
(@immosparer34)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich nutz selbst seit einiger Zeit ein reines Digitalbankkonto für meine geschäftlichen Sachen und kann sagen: der größte Vorteil ist gar nicht mal die Trennung an sich, sondern der DATEV-Export für den Steuerberater. Ich hab das früher mal in einem eigenen Thread zu DKB vs. N26 durchgekaut – langer Rede kurzer Sinn: wenn dein Steuerbertaer mit DATEV arbeitet, spar dir die Zeit und achte von Anfang an darauf dass dein Konto diesen Export unterstützt. Das macht die Zusammenarbeit deutlich reibungsloser.

Zur eigentlichen Frage: Pflicht nein, aber spätestens wenn du merkst dass du selbst den Überblick verlierst (was du ja sagst), ist das dein konkretes Zeichen. Du machst das gerade zur richtigen Zeit – ich hab damals zu lange gewartet und das hat mich mehr Zeit und Geld gekostet als nötig.


Antwort
Marcus Hoffmann
Beiträge: 8
(@marcus-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Da muss ich ThomasK92 oben ein bisschen ergänzen: Es stimmt zwar, dass keine gesetzliche Pflicht besteht – aber es gibt einen Aspekt den viele vergessen. Wenn das Finanzamt eine Betriebsprüfung macht (und die kommen auch bei kleineren Selbstständigen vor), dann wird es sehr unangenehm wenn man private und geschäftliche Zahlungsströme nachträglich auseinanderdröseln muss. Das ist zwar kein Verstoß gegen ein konkretes Gesetz, aber es erzeugt erheblichen Erklärungsaufwand und kann im Zweifel Misstrauen beim Prüfer wecken.

Ich würde das also weniger als 'Pflicht' formulieren und mehr als 'dringend empfohlene Risikominimierung'. Der praktische Aufwand, ein Geschäftskonto zu eröffnen, ist heute wirklich gering – viele Anbieter machen das komplett digital in 15 Minuten. Im Verhältnis zum Risiko und zum Chaos bei gemischten Konten ist das eine sehr einfache Entscheidung.

Für dein Volumen wäre ich da ehrlich gesagt nicht lange am Abwägen.


Antwort
Thomas Krüger
Beiträge: 11
(@thomask92)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurze Antwort: Nein, gesetzlich ist ein separates Geschäftskonto für Einzelunternehmer in Deutschland nicht vorgeschrieben. Das steht so auch im HGB – kaufmännische Buchführungspflicht greift erst ab bestimmten Schwellenwerten, und als Kleinunternehmer bist du da sowieso weit drunter.

Aber – und das ist ein großes Aber – dein Steuerberater hat schon recht, dass es praktisch fast unvermeidbar wird, sobald die Umsätze steigen. Ich hab selbst ne Weile alles über mein Privatgirokonto laufen lassen und irgendwann war die Kontobewegungshistorie so ein Chaos, dass meine Steuerberaterin bei der Jahressteuererklärung deutlich mehr Zeit gebraucht hat als nötig. Das kostet am Ende bares Geld.

Bei 15-20 Transaktionen im Monat würde ich sagen: Wenn Tendenz steigend ist, lieber jetzt sauber trennen als später mit 50 Buchungen den Überblick verlieren. Gerade wenn du im Herbst wachsen willst – das ist genau der richtige Zeitpunkt zum Aufräumen, finde ich.


Antwort
Marcus Köhler
Beiträge: 6
(@marcus-koehler)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich kann das aus Handwerkerperspektive bestätigen – wobei mein Betrieb natürlich ganz anders aufgestellt ist als dein Einzelunternehmen. Aber das Grundprinzip gilt überall: Sobald Geschäftliches und Privates auf einem Konto laufen, gibt's früher oder später Stress.

Bei mir war das damals konkret das Problem, dass der Steuerberater jeden einzelnen Beleg nachfragen musste ob's privat oder geschäftlich war. Klingt simpel, summiert sich aber auf dem Stundenhonorar ganz ordentlich.

Ich hab mich mit dem Thema Kontofunktionen ja schon öfter beschäftigt, z.B. im Thread zu Handwerksbetrieb-Features. Für dich als reinen Online-Dienstleister sind die Anforderungen eigentlich noch simpler – du brauchst kein Kartenlimit für Baumärkte oder Bargeldeinzahlung, also kannst du problemlos zu einer der günstigen Digitalbanken. Da ist der Einstieg auch ohne Mindestablage oder Bonitätsprüfungs-Theater möglich.


Antwort
Seite 1 / 2
Teilen: